Nach der Trennung – was nun?

Mit der ausgesprochenen Trennung endet eine Beziehung nicht einfach, denn direkt nach der Trennung gibt es viele Fragen zu klären und rechtliche Grundregeln zu beachten. Das gilt vor allem, wenn das Paar gemeinsam in einer Wohnung gelebt hat, wenn es verheiratet war oder gemeinsame Kinder hat. Natürlich klingt das sehr pragmatisch und ist sicherlich sehr schwierig bei dem Schmerz, den man nach der Trennung empfindet, insbesondere wenn diese sehr überraschend kam. Dennoch müssen gerade finanzielle Punkte möglichst schnell geregelt werden.

Trennung – was nun?

Direkt nach einer Trennung steht wahrscheinlich die Frage ganz oben, wer in der gemeinsamen Wohnung oder dem Haus bleibt und wer die Koffer packt.

Gerade wer in einer Ehe finanziell vom Partner abhängig war, sollte möglichst die Unterlagen über gemeinsames Vermögen, über Einkünfte beider Parteien und über eventuelle Bausparverträge oder Aktienfonds sichern. Denn ohne Belege ist es später schwierig, die Vermögenswerte der Ehe nachzuweisen. So kann besonders der besser verdienende Partner Geld unbemerkt beiseiteschaffen. Wichtig sind etwa die Gehaltsabrechnungen und Steuererklärungen, Darlehensverträge, Grundbuchauszüge, Auszüge von Depots und Konten, sowie Lebensversicherungen.

Neben den finanziellen und rechtlichen Fragen steht natürlich auch der Schmerz. Der sollte nicht vergessen werden. Eine Trennung muss auch emotional verarbeitet werden. So will man die Trennung am Anfang oftmals nicht wahrhaben, kann nicht fassen, dass der Partner gegangen ist und nicht wiederkommt. Allerdings sollte man sich schnell darüber im Klaren sein, dass die meisten Trennungen endgültig sind. Viele Menschen fühlen sich dann einsam, verkriechen sich zuhause und trauern. Trauer ist natürlich wichtig, normal und vollkommen in Ordnung. Aber es ist auch wichtig, sich nicht mit Selbstzweifeln zu martern und alleine einzuschließen. Nach einer Trennung sollte man die Nähe zu Freunden und Familie suchen, um sich nicht einsam zu fühlen. Gespräche können helfen oder auch erstmal schlichte Ablenkung. Einige Menschen entdecken nach einer Trennung auch ihre sportliche Seite und beginnen etwa mit dem Joggen, um sich körperlich zu verausgaben. Das kann einem auch helfen, sich nach einer Trennung wieder attraktiver zu fühlen und gut, weil man etwas für sich selbst tut.

Viele Verlassene leiden nach einer Trennung unter Selbstzweifeln, bekommen durch die emotionalen Probleme etwa Schlafstörungen und Appetitlosigkeit. Auch das ist normal und passiert vielen Menschen. Man sollte aber nicht darin versinken. Wer von der Trauer übermannt zu werden droht, kann sich auch professionelle Hilfe bei einem Therapeuten oder in einer Trennungsberatungsstelle holen. Bei vielen Menschen nehmen Verzweiflung und Wut aber nach einer Weile von ganz alleine wieder ab. Getreu dem Motto „Die Zeit heilt alle Wunden“ geht es irgendwann wieder aufwärts. Manche Menschen brauchen dafür einige Wochen, andere einige Monate bis hin zu einem Jahr. Zeit ist also nach einer Trennung wichtig - Zeit für sich, für Freunde und neue Aktivitäten, aber auch für Trauer und Verarbeitung.

Beratung einholen bei einer Trennung

Wer sich von seinem Partner trennen möchte, der sollte sich am besten schon vorher bei einem Online-Scheidungsservice oder einem örtlichen Anwalt oder – falls man etwa nicht oder nur wenig arbeitet – beim Arbeitsamt erkundigen: Welche Leistungen stehen mir zu? Muss ich ausziehen? Wer bezahlt die Wohnung und bei wem bleiben die Kinder? Was ist mit gemeinsamen Krediten, Schulden und dem Auto? Und wer bekommt das Geld auf dem gemeinsamen Sparbuch?

Ein Online-Scheidungsservice oder ein örtlicher Anwalt informiert über die gesetzlichen Regelungen, über die Rechte und Pflichten beider Parteien. Er kann bei einem verheirateten Paar auch erklären, wie das Trennungsjahr eingeleitet wird, wie man das später nachweisen kann und welche rechtlichen Konsequenzen sich aus dem Trennungsjahr ergeben. Auch kann ein Anwalt so schon die Forderungen nach dem Kindesunterhalt beziehungsweise dem Trennungsunterhalt prüfen und schnellstmöglich beantragen. Denn beides kann nicht rückwirkend beantragt werden.

Expertentipp:

Wer gerade von seinem Partner dessen Wunsch nach Trennung überraschend mitgeteilt bekommen hat, ist sicher traurig, verwirrt und wie vor den Kopf geschlagen. Dennoch ist es wichtig, auch an die Zukunft und den Lebensunterhalt zu denken und diese Fragen so schnell wie möglich zu klären.

Das gemeinsame Leben trenne

Wer verheiratet ist, der hat sicherlich viele gemeinsame Verträge abgeschlossen: Darlehen, Kaufverträge, gemeinsame Konten und Sparbücher, der gemeinsame Bausparvertrag. Hinzu kommen auch die gemeinsamen Versicherungen, etwa Rechtschutz und Haftpflicht. Das kann natürlich auch für Paare gelten, die lange zusammengelebt haben, aber nicht verheiratet sind.

Nach einer Trennung gilt es nun, nach und nach die gemeinsamen Verträge zu regeln und aufzulösen. Am wichtigsten sind dabei die finanziellen Fragen: Wer zahlt das Darlehen weiter ab? Das muss mit der Bank geklärt und vereinbart werden. Wie ist es mit dem gemeinsam gekauften Haus? Wer behält es? Kann derjenige es alleine halten und zugleich dem Ex-Partner dessen Anteile auszahlen? Oder muss das Haus verkauft werden, weil jeder auf seinen finanziellen Anteil besteht? Hilfreich ist es sicher, wenn man sich selbst einigen kann. Prinzipiell steht in einer Ehe jedem die Hälfte zu: Die Hälfte der gemeinsamen Schulden und die Hälfte des Vermögens. Allerdings gibt es da Ausnahmen, etwa Geschenke der Eltern an nur einen der beiden Ehepartner, ebenso wie ein Erbe.

Noch komplizierter wird es, wenn man nicht verheiratet war. Manche Paare haben solche Fragen auch vor der Eheschließung durch einen Ehevertrag geklärt.

Wesentlich einfacher ist es da bei Rechtschutz und Haftpflicht. Aber auch das muss bedacht und besprochen werden: Auf wen laufen die bestehenden Versicherungen? Derjenige sollte seiner Versicherung mitteilen, dass der bisherige Partner nicht mehr mitversichert werden soll. Der andere Partner sollte daran denken, nun eigene Versicherungen abzuschließen.

Expertentipp:

Bedenken sollte man auch, wer bisher in der Lebensversicherung als Nutznießer im Todesfall steht. Ist es der Ex-Partner, möchte man dies sicher schnell ändern und ihn aus der Lebensversicherung streichen. Solche Änderungen sollten den Versicherungen schnell mitgeteilt werden.

Was ist mit den Kindern bei einer Trennung?

Gemeinsame Kinder können eine Trennung komplizierter machen. Denn den Eltern muss klar sein: Sie sind kein Liebespaar mehr, aber sie werden immer ein Elternpaar bleiben. Ein vollständiger Kontaktabbruch ist da nicht sinnvoll, zum Wohle der Kinder. Zunächst muss geklärt werden, bei wem die Kinder leben. Auch Unterhaltsfragen spielen eine Rolle bei den Absprachen. Dafür gibt es gesetzliche Vorgaben. Es sollte aber möglichst kein Porzellan zerschlagen werden, denn man wird immer Kontakt halten müssen. Es gilt, Besuchstermine abzusprechen. Klassenfahrten und Urlaube im Ausland und selbst der Führerschein bedürfen bei minderjährigen Kindern der Zustimmung beider Elternteile, sofern beide das Sorgerecht haben. Selbst wenn nur ein Elternteil das Sorgerecht hat, sollte dieser immer bedenken: Kinder lieben und brauchen Mutter und Vater. Solange ein Kind diese Entscheidung nicht selbst trifft, sollte man ihm den Kontakt zu dem Ex-Partner nicht untersagen. Ebenso wenig Kontakte zu Oma und Opa oder irgendwann zur neuen Freundin vom Vater. Emotionen wie Wut und Hass für den Ex-Partner sollten keinesfalls bei den Kindern abgeladen werden.

So schwer es fällt: Für Kinder sollte sich nach einer Trennung möglichst wenig ändern. Guter Kontakt zu beiden Elternteilen, keine bösen Worte über den Ex, ein stabiles Zuhause. Gemeinsame Kinder können so aber auch helfen, die Trennung vernünftig anzugehen und entsprechend zu verarbeiten. Zumindest sollten sie ein Anreiz für einen pragmatischen und fairen Umgang der Ex-Partner miteinander sein, wenigstens in Gegenwart der Kinder.

Lass uns Freunde bleiben?

Es ist ein abgedroschener Satz, den viele von ihrem Partner hören. Er oder sie sagt ihn oftmals kurz nach dem Satz, der das bisherige Leben zerstört: „Lass uns Freunde bleiben“, folgt direkt auf „Ich trenne mich von dir“. Aber klappt das überhaupt? Das ist von Mensch zu Mensch verschieden und hängt sicherlich auch damit zusammen, wie man sich trennt.

Merken beide Partner, dass sie sich nicht mehr lieben und auseinandergelebt haben, dann ist es sicherlich einfacher, eine Freundschaft aufzubauen, als wenn ein Partner plötzlich überraschend den Boden unter den Füßen entzogen bekommt, weil er mit einer Trennung nicht gerechnet hat. Sind verletzte Gefühle im Spiel, empfindet man oft nicht gerade Freundschaft, sondern Wut, Hass und Schmerz. Das gilt vor allem, wenn der plötzliche Ex-Partner fremdgegangen ist oder schon einen neuen Partner hat.

Gerade wer gemeinsame Kinder hat, der glaubt vielleicht, dass eine Freundschaft der Eltern es für alle Seiten leichter machen kann und lässt sich darauf ein. Doch auch Eltern müssen nach einer Trennung keine Freunde mehr sein. Eine vernünftige Basis mit klaren Absprachen, mit Respekt und Zuverlässigkeit, reichen aus, um gemeinsam für die Kinder da zu sein.

In den meisten Fällen sollten Paare nach der Trennung erstmal auf Abstand gehen. Auch wenn Kinder im Spiel sind sollte der Kontakt so gering wie möglich sein und sich zunächst nur auf die Kinder beziehen. Abstand hilft bei der emotionalen Verarbeitung der Trennung. Sonst kann es gerade dem Verlassenen schwerer fallen, sich vom Ex-Partner zu lösen: Der Ex will Freundschaft und pflegt einen lockeren Umgang, man selbst macht sich Hoffnungen bei gemeinsamen, spaßigen Unternehmungen oder tiefgründigen Gesprächen. Das verlängert und verstärkt den Trennungsschmerz nur unnötig.

Ist die Trennung verarbeitet und einige Zeit ins Land gegangen, so spricht nichts gegen eine Freundschaft mit dem Ex-Partner, wenn beide Seiten das wollen. Man kennt sich gut, kennt die Macken und Vorlieben des anderen, hat Spaß zusammen. Das können gute Grundlagen für eine Freundschaft sein, wenn man nur das empfindet – und keine Liebe mehr. Wer sich noch Hoffnungen macht und mit einer Freundschaft den Liebespartner zurückgewinnen will, der sollte Abstand nehmen. Das kann nur zu weiteren Enttäuschungen führen, besonders wenn der Ex-Partner und neue beste Freund sich irgendwann über seine neue Liebe unterhalten will.

Trennung emotional verarbeiten

Während es für die rechtlichen und finanziellen Aspekte, für Versicherungen und Darlehen einfach ist, eine To-Do-Liste anzulegen und quasi ein Rezept zu schreiben, was man nach einer Trennung beachten muss, ist es bei den emotionalen Aspekten deutlich schwieriger. Jeder Mensch leidet anders und jeder Mensch verarbeitet Schmerz, Wut und Trauer anders. Einige Menschen sind emotional so gefestigt, dass sie nach einer Zeit der Trauer schnell wieder auf die Beine kommen und in eine neue Zukunft starten. Andere Menschen werden von dem Verlust so hart getroffen, dass sie dauerhaft Trauern und vielleicht sogar in eine Depression abrutschen.

Es gibt also kein Geheimrezept, um Trauer und Trennungsschmerz ganz sicher und schnell zu verarbeiten. In den meisten Fällen hilft jedoch die Zeit dabei, die Trennung zu verarbeiten. Getreu der Volksweisheit „Liebe lässt die Zeit vergehen und Zeit lässt die Liebe vergehen“. Man sollte sich also Zeit lassen, die Gefühle für den Ex-Partner verschwinden irgendwann von alleine.

Der Blick nach vorne

Manchmal nach einigen Monaten, manchmal auch nach mehr als einem Jahr, schwinden Wut und Trauer und die Gefühle für den Ex-Partner. Man lernt, wieder nach vorne zu schauen und positiv eine neue Zukunft zu planen. Man baut sich sein eigenes Leben auf, unternimmt wieder mehr mit Freunden, geht in einen Chor oder zum Fußball, meldet sich endlich mal im Fitness-Studio an. Das Leben geht weiter und die meisten Menschen merken dies einige Zeit nach der Trennung.

Auch wenn es im Moment der Trennung nicht so aussieht und sich auch nicht so anfühlt: Der Schmerz vergeht und irgendwann wird man sich neu verlieben. Und da kann die alte Beziehung etwas Positives haben: Man hat gelernt, welche Fehler man vielleicht selbst gemacht hat oder was der Ex-Partner für negative Eigenschaften hatte, die man bei einem neuen Partner nie wieder akzeptieren möchte. Viele Menschen gehen gestärkt aus einer verarbeiteten Trennung in die Zukunft und wissen genau, was sie wollen – und was sie nicht wollen.

Das Ende einer Beziehung ist nicht das Ende des Lebens, sondern nur das Ende eines Lebensabschnitts. So kann neues kommen, vielleicht auch schöneres.

So schrieb schon Lao-Tse:

Was die Raupe ,Ende der Welt‘ nennt, nennt die Welt ‚Schmetterling‘

Das Wichtigste noch einmal zusammengefasst:

  • Wer in einer Ehe finanziell vom Partner abhängig war, sollte möglichst die Unterlagen über gemeinsames Vermögen, über Einkünfte beider Parteien und über eventuelle Bausparverträge oder Aktienfonds sichern.
  • Wer von der Trauer übermannt zu werden droht, kann sich professionelle Hilfe bei einem Therapeuten oder in einer Trennungsberatungsstelle holen.
  • Nehmen Sie sich Zeit für sich, Freunde und neue Aktivitäten, aber auch für Trauer und Verarbeitung.
  • Ein Online-Scheidungsservice oder ein örtlicher Anwalt informiert über die gesetzlichen Regelungen, über die Rechte und Pflichten beider Parteien.
  • Erste Informationen und Hilfestellungen kann aber auch eine Familienberatungsstelle geben.
  • Für die Kinder sollte sich nach einer Trennung möglichst wenig ändern.
  • Freundschaft nach Trennung ist kein Muss.
  • Eine vernünftige Basis mit klaren Absprachen, mit Respekt und Zuverlässigkeit, reicht aus, um gemeinsam für die Kinder da zu sein.
  • Das Ende einer Beziehung ist nicht das Ende des Lebens, sondern nur das Ende eines Lebensabschnitts.

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