Verständnis für den Partner aufbringen
Ein wichtiger Schritt, wenn Sie Ihre Beziehungsprobleme lösen wollen, besteht darin, Verständnis für den Partner zu haben. Man sollte nicht nur die eigene Position sehen und darauf beharren. Jede Medaille hat zwei Seiten und so sieht ein Partner ein Problem vielleicht ganz anders. Man muss sich auf den Partner einlassen und versuchen, die Dinge aus seiner Sicht zu sehen und dessen Position zu akzeptieren. Erst dann kann man gemeinsam nach einer Lösung suchen oder nach Kompromissen. Denn man ist nicht selbst immer automatisch im Recht. Manchmal kann die Position des Partners auch dabei helfen, eigene Fehler zu erkennen und mehr Toleranz zu entwickeln.
Hat der Partner gerade sehr viel Stress auf der Arbeit, lässt er den vielleicht manchmal daheim ab. Es ist ungerecht, aber menschlich. Es hilft dann nichts, dem Partner Vorwürfe zu machen. Das führt nur zu Streit, noch mehr Stress und Beziehungsproblemen. Man sollte Verständnis für die Seite des Partners haben, ihm aber auch klar kommunizieren, dass man nicht immer der Prellbock für schlechte Launen und Probleme auf der Arbeit sein kann. Aber man sollte für ihn da sein und ihm klar machen, dass man ihm immer den Rücken stärkt. Und mal ehrlich: Wer hat noch nie schlechte Laune wegen der Arbeit oder einem Streit mit den Eltern am Partner ausgelassen? Niemand ist da perfekt.
Das gleiche gilt für viele Überstunden. Klar, das ist eine Belastungsprobe, wenn der Partner nur noch wenig Zeit hat und dann sicherlich müde nach Hause kommt. Aber auch hier helfen Vorwürfe nicht weiter. Vielleicht hängt der Job des Partners an den Überstunden und dem Einsatz über das übliche Maß hinaus. Auch hier sind Gespräche wichtig. Sagen Sie Ihrem Partner, dass er sich zu viel zumutet und Sie ihn viel zu selten sehen, hören Sie sich aber auch seine Gründe an und suchen Sie gemeinsam eine Lösung.
Übrigens sollte man sich auch nicht zu sehr darüber aufregen, wenn der Partner schon immer die gebrauchten Socken auf dem Schlafzimmerboden liegen lässt. Jeder hat seine Macken. Bevor Sie sich das nächste Mal deswegen aufregen, denken Sie darüber nach, welche Ihrer Macken den Partner in den Wahnsinn treiben – und die er trotzdem stillschweigend erträgt.
Richtig und fair streiten
Wer mit dem Partner streitet, sollte das fair tun. Belehrungen, Verallgemeinerungen und ständige Vorwürfe helfen bei Beziehungsproblemen nicht weiter, sondern bringen auf Dauer nur noch mehr Streit in die Beziehung. Streitereien sind normal, aber dabei gilt: fair und sachlich bleiben, nicht beleidigen oder verletzen. Wer immer wieder auch über Kleinigkeiten streitet, der läuft Gefahr, den Partner zu verletzen oder Dinge zu sagen, die sich nicht mehr zurücknehmen lassen. Fair streiten geht dabei so einfach: Sagen Sie immer „Ich fühle mich von diesem Verhalten verletzt“. So bringt man dem Partner die eigenen Gefühle näher. Mit Verallgemeinerungen und Vorwürfen bringt man den Partner nur in eine Verteidigungshaltung und das lässt den Streit schnell weiter hochkochen. Vermeiden sollten Sie daher Sätze wie „Man macht das einfach nicht“ oder „Immer musst du andere nur verletzen“ und „Immer denkst du nur an dich“. Ein „Ich habe das Gefühl, dass du mich oft vergisst“ klingt da schon ganz anders.
Auch ein „Immer wieder machst du das und jenes so“ sollte auch vermieden werden. Vorwürfe zu Vorfällen und Problemen aus der Vergangenheit haben in einem aktuellen Konflikt nichts verloren. Alte Dinge gehören nicht aufgewärmt. Man sollte nicht allgemein werden und beim aktuellen Streitthema bleiben. Ansonsten steigert der Streit sich schnell zu einem lauten Gebrüll voller Vorwürfe und Verletzungen, denn einen Fehler aus der Vergangenheit möchte niemand ständig aufs Brot geschmiert bekommen und Verallgemeinerungen sind unfair und meistens nicht einmal wahr.
Wer sich hingegen über ein Thema fair und sachlich streitet, der kann sich danach auch noch in die Augen schauen und sich leichter wieder versöhnen. Tipp: Keine Verallgemeinerungen und keine Vorhaltungen. Sagen Sie immer „Ich fühle mich…“, wenn Sie mit Ihrem Partner streiten und nicht „Du hast…“.
Der wichtigste Tipp auf dem Weg aus Beziehungskrisen heraus und wie Sie Ihre Beziehungsprobleme lösen können, lautet wohl: Nicht aufgeben! Manchmal hat sich eine Beziehung über Jahre festgefahren und im Alltag verloren. Beide Seiten sind unzufrieden und wünschen sich irgendwie mehr vom Leben, vermissen vielleicht Leidenschaft und das Gefühl der Verliebtheit, erwarten sich mehr vom Partner. Aber: Wer gleich eine jahrelange Beziehung aufgibt, der wirft eine Chance weg. Denn eine lange Beziehung kann ein Hafen sein, der Sicherheit bietet: Man kennt den Partner, vertraut ihm und hat vieles gemeinsam durchgemacht. Die Gefühle füreinander sind tief, weil gemeinsame Erlebnisse zusammengeschweißt haben. Das sollte man nicht wegwerfen. Denn wer an Beziehungsproblemen arbeitet und sie gemeinsam wieder löst, der hat auch Chancen auf eine bessere Beziehung, die gestärkt aus einer Krise hervorgeht. Leidenschaft kann man neu entfachen, Probleme in der Beziehung kann man gemeinsam ändern, man kann auch wieder mehr zusammen unternehmen.
Wer hingegen bei Anzeichen einer Krise und aufkommenden Beziehungsproblemen die Beziehung aufgibt, weil er sich neue Leidenschaft und das Gefühl der Verliebtheit wünscht, der wird schnell merken, dass diese Gefühle auch in einer neuen Beziehung nicht lange halten. Verliebtheit ist kein ewiges Gefühl. Optimalerweise wandelt sie sich in einer guten Beziehung aber in das Gefühl einer tiefen Liebe zueinander und die ist die Grundlage für eine glückliche Beziehung, auch wenn gerade Beziehungsprobleme und Streitereien den Umgang miteinander erschweren.