Eigentlich gibt es täglich neue Streitereien. Nicht mal über wichtige Themen, wie finanzieller Probleme oder Probleme in der Erziehung der Kinder. Nein, Streitereien gibt es wegen jeder Kleinigkeit. Er hat den Müll nicht rausgebracht, sie zickt schon wieder herum und lässt ihn nicht mal fünf Minuten nach der Arbeit in Ruhe durchatmen. Die Beziehung bietet keinen Halt und keine Geborgenheit mehr. Sie wird zum Stressfaktor. Wer nach der Arbeit nicht gerne nach Hause zu seinem Partner möchte, sondern lieber mit Freunden um die Häuser zieht oder mit der Schwester einen Kaffee trinken will, um das Heimkommen hinauszuzögern, der sollte darüber nachdenken, ob er überhaupt noch gerne Zeit mit dem Partner verbringt. Das Meiden des Partners und nicht enden wollende Streitereien ohne Versöhnung sind ein deutliches Zeichen dafür, dass man nur noch vom Partner genervt ist.
Wer plötzlich kleine Macken des Partners nicht mehr tolerieren kann, die er früher ganz liebenswert fand, der sollte das Problem bei sich suchen: Liebe ich meinen Partner noch? Oder haben die täglichen Uneinigkeiten die Beziehung irgendwann kaputt gemacht? Wenn die Macken schon immer da waren, man selbst aber seine Einstellung dazu ändert und sie plötzlich nicht mehr ertragen kann, sollte man dringend seine Gefühle hinterfragen. Oftmals können die positiven Gefühle für den Partner zu diesem Zeitpunkt schon längst über Bord gegangen sein. So werden tägliche Streitereien langsam aber sicher die Beziehung zerstören. Oftmals streitet man nur noch, um den anderen zu verletzen, um gemeine Dinge zu sagen, die nie wieder ungesagt gemacht werden können. Man streitet nicht mehr sachlich und vernünftig. Zusammengehörigkeitsgefühl, Geborgenheit und Zuneigung gehen verloren und mit ihnen das Fundament für eine gesunde Beziehung.
Keine Gemeinsamkeiten mehr
Er geht lieber klettern, sie möchte schwimmen. Er will zum Urlaub in die Berge, sie will ans Meer. Er möchte einen Hund haben, sie eine Katze. Er möchte keine Kinder haben, sie möchte mindestens drei. Dabei waren sie sich noch einig, als sie vor Jahren ein Paar wurden: abwechselnd Urlaub in den Bergen und am Meer, Klettern und Schwimmen mit den Freunden und ohne den Partner. Kinder? Nein. Dafür aber einen Hund und zwei Katzen.
Manchmal verändern sich jedoch die Wünsche und Bedürfnisse. Und dann passen trotz aller Absprachen und Gefühle füreinander, die Lebensplanungen und gemeinsamen Ziele nicht mehr zusammen. Natürlich lassen sich bei vielen Wünschen und Ideen Kompromisse finden, wie etwa bei der Urlaubsplanung und der Frage der Haustiere und Hobbys. Die Kinderfrage allerdings lässt sich kaum einvernehmlich lösen: Einer muss nachgeben und seine Lebensplanung ändern. Und auch wenn man bei den Hobbys gar keine gemeinsamen Interessen mehr hat: Auf welcher Grundlage soll sich dann eine gemeinsame lange und glückliche Beziehung aufbauen? Wer Urlaube und Hobbys nicht teilt, sondern getrennt voneinander verbringt, der kann sich über kurz oder lang auseinanderleben, ohne es zu wollen. Das muss nicht zwangsläufig so sein. Aber Gemeinsamkeiten sind eine gute Basis für eine gesunde Beziehung. Manchmal entwickeln sich zwei liebende Menschen einfach auseinander, wünschen sich andere Dinge für die Zukunft. Dann kann es trotz aller Liebe besser sein, eine Beziehung zu beenden, bevor man sich gegenseitig unglücklich macht. Denn wer beispielsweise nur dem Partner zu Liebe auf Kinder verzichtet, der wird vielleicht im Laufe der Jahre etwas vermissen. Und irgendwann ist es zu spät.
Neben einer fehlenden Basis an Gemeinsamkeiten kann es auch ein Grund sein, eine Beziehung zu beenden, wenn man seinen Partner gar nicht mehr zu Gesicht bekommt, obwohl man in derselben gemeinsamen Wohnung lebt: Er arbeitet viel oder ist am Wochenende nur noch mit seinen Kumpels unterwegs. Für einen Kinobesuch oder einen gemütlichen Abend zu zweit fehlt jede Zeit. Das ist noch kein Grund für eine plötzliche Trennung. Zunächst sollte man ein klärendes Gespräch suchen und dem Partner erklären, dass man gerne mehr gemeinsame Zeit verbringen möchte. Ändert der Partner nichts, dann kann das ein Zeichen dafür sein, dass es ihm nicht wichtig ist oder er nicht glaubt, dass er verlassen wird. Dann könnte es an der Zeit sein, die Reißleine zu ziehen und die Beziehung zu verlassen. Denn wenn man ohnehin immer alleine zu Abend isst und einschläft, keine Schulter zum Anlehnen hat und niemanden zum Ausgehen, dann muss man auch die gesamte Beziehung hinterfragen.
Die Liebe ist verschwunden
Es ist ein schleichender Prozess. Man wacht nicht einfach auf und denkt „Heute liebe ich meinen Partner nicht mehr“. Irgendwann merkt man einfach, dass die Liebe weg ist. Wer gar keine positiven Gefühle mehr für den Partner übrig hat, der sollte sich trennen. Denn ohne Liebe macht eine Beziehung keinen Sinn und ohne positive Gefühle füreinander ist es schwer, die Liebe wieder aufleben zu lassen.
Woran merkt man, dass man den Partner nicht mehr liebt? Etwa daran, dass er einen nervt, man nicht mehr gerne an ihn denkt und man immer seine Fehler sucht? Oder dass man bei Gesprächen nur noch streitet und den anderen verletzen will? Es kann helfen, einige Tage auf Abstand zu gehen und weg zu fahren. Wer seinen Partner dann vermisst, der hat sicherlich noch Gefühle für ihn. Wer allerdings die Zeit genießt, nicht an den Partner denkt und eigentlich gar nicht zu ihm zurück will, der vermisst ihn vermutlich nicht. Dann sollte man wirklich in sich hinein horchen und fragen, ob noch Gefühle da sind oder selbst das kleinste Fünkchen Liebe erloschen ist. Wenn keine Liebe mehr da ist, dann spielen auch gemeinsame Kinder keine Rolle für das Aufrechterhalten der Beziehung: Langfristig wird es nur zu Streitereien und zu Unzufriedenheit kommen. Und das spüren auch die Kinder.
Der Partner ist gewalttätig
Wer einen gewalttätigen Partner hat, der sollte sofort die Beziehung beenden und ihn verlassen, denn es gibt keinen Grund für Schläge, Tritte oder für verbale Gewalt. Niemand sollte sich misshandeln lassen. Und selbst, wenn der Partner sich danach jedes Mal wieder entschuldigt und Blumen mitbringt, er dabei schwört, dass so etwas nie wieder vorkommt: Tausende anderer Frauenschicksale zeigen, dass sich gewalttätige Männer nicht ändern. Sie schlagen immer wieder zu. Und irgendwann bekommen es auch die Kinder ab, die man eigentlich schützen wollte. Häusliche Gewalt ist ein absoluter Trennungsgrund.