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Trennung und Finanzen

Scheidung und Schulden – so entkommen Sie der Schuldenfalle

In Deutschland wird jede dritte Ehe geschieden. Mit dem Ende der Ehe einhergehen oftmals finanzielle Schwierigkeiten. Eine Scheidung ist eine der häufigsten Gründe für eine finanzielle Notlage, sei es, weil während der Ehe gemeinsam Eigentum angeschafft oder ein Kredit abgeschlossen wurde. Auch zu zahlender Unterhalt ist ein Posten, der nach der Trennung auf einen der Ehepartner zukommt. Hier erfahren Sie alles, was Sie im Falle einer Trennung zur finanziellen Seite wissen sollten und wie Sie der Schuldenfalle entkommen.

Eine Scheidung zählt zu den einschneidendsten Ereignissen im Leben. Nicht nur die Trennung an sich ist belastend, die finanzielle Seite will ebenfalls ausgehandelt werden. Dabei kommt es häufig zu Auseinandersetzungen, die zusätzlich belasten. Viele wissen zudem nicht, wie im Falle einer Scheidung mit Krediten, Konten und gemeinsamen Eigentum idealerweise umgegangen wird. Eine Rechtsberatung ist daher unumgänglich, um gemeinsame Verbindlichkeiten aufzulösen, die Finanzen aufzuteilen und eventuell zu zahlenden Unterhalt zu berechnen. Grundsätzlich haften Sie während einer Ehe nicht zwangsläufig gemeinsam für sämtliche finanzielle Belange – es sei denn, diese wurden gemeinsam abgeschlossen.

Schulden durch gemeinsame Kredite

So werden zum Beispiel Kredite im Verlauf einer Ehe häufig gemeinsam abgeschlossen. Die Rückzahlung erfolgt jedoch in vielen Fällen nur von einem Ehegatten, etwa weil einer der Partner aufgrund von Teilzeitarbeit weniger verdient. Mit der Scheidung kann sich dies jedoch schnell ändern. Rechtlich besteht kein Anspruch darauf, dass ein Partner weiterhin den vollen Schuldenausgleich übernimmt. Zahlte nur einer die Raten ab, kann dieser die Rückzahlung vom anderen verlangen – und das führt bei diesem häufig zu einer Überschuldung. Vor allem, wenn der plötzlich zur Zahlung verpflichtete Partner nur über ein geringes Einkommen verfügt.

Bei der Aufteilung der Verbindlichkeiten kommt es vor allem darauf an, welcher Güterstand besteht, und zu welchem Zeitpunkt die Kredite abgeschlossen wurden. Wurde eine Zugewinngemeinschaft vereinbart – und das ist bei einem Großteil der Ehen der Fall, sofern nichts anderes vereinbart wurde –, haften beide Partner für die Rückzahlung des Darlehens nur dann, wenn dieses während der Ehezeit gemeinsam abgeschlossen wurde. In einer Zugewinngemeinschaft herrscht grundsätzlich Gütertrennung für alle Vermögenswerte, die vor der Ehe angeschafft wurden. Nur Verbindlichkeiten, die während der Ehezeit gemeinsam abgeschlossen wurden und Güter, die gemeinsam gekauft wurde, gehören beiden Partnern.

Die Sache mit der Bürgschaft

Auch wenn einer der ehemaligen Ehepartner einen Kredit zwar alleine aufgenommen hat, der andere jedoch dafür bürgte, können die Schulden des Partners ein Problem werden. Banken verlangen in vielen Fällen eine solche Bürgschaft, um Kreditausfällen vorzubeugen. Im schlimmsten Fall zahlen Sie nach der Ehe ein ordentliches Vermögen zurück. Ausnahmen sind möglich, wenn die Zahlungen den Bürgen in die Armut stürzen würden.

Die Verteilung von gemeinsamen Eigentum

Eigentum und seine Aufteilung ist ein weiterer häufiger Grund für finanzielle Streitigkeiten. Haben Sie während Ihrer Ehe gemeinsam ein Haus gekauft und stehen beide im Grundbuch, haften Sie gemeinsam für die dadurch entstandenen Schulden. Der Kredit will weiterhin bedient werden – auch von dem Partner, der weniger verdient. Nur wenn einer der Partner die Immobilie alleine angeschafft hat, haftet er alleine für den Kredit. Unter Umständen müssen jedoch bei einer gemeinsam gekauften Immobilie nicht zwangsläufig beide haften. Das gilt etwa dann, wenn nur einer der Partner einen Vorteil davon genießt, also zum Beispiel alleine in der Immobilie wohnt.

Schuldenfalle Unterhalt

Der Ehepartner, bei dem gemeinsame Kinder wohnen bleiben, hat Anspruch auf Kindesunterhalt. Die Höhe richtet sich nach dem Einkommen des Partners und weiteren Verbindlichkeiten. Zur Berechnung werden unter anderem bestehende Schulden herangezogen. Gegebenenfalls kann einer der Partner Ehegattenunterhalt fordern. Das ist dann der Fall, wenn er sich nach der Trennung nicht allein finanzieren kann, etwa weil er kleine Kinder betreut.

Auswege aus den Schulden

Lassen sich die während der Ehe gemachten Schulden nach einer Scheidung nicht stemmen, gibt es grundsätzlich zwei Auswege: ein außergerichtlicher Vergleich und eine Privatinsolvenz. Ein Vergleich wird häufig dann vorgenommen, wenn der Ehepartner zwar über ein ausreichendes Einkommen verfügt, dieses jedoch aufgrund von Unterhaltszahlungen nicht pfändbar ist. Ist dieser dazu bereit, einen Teil seiner Verpflichtungen als Einmalzahlung oder in Raten zurückzuzahlen und die Gläubiger lassen sich auf den Deal ein, spricht man von einem außergerichtlichen Vergleich.

Reicht das Einkommen nicht aus, um Schulden, laufende Kosten und Unterhalt zu begleichen, ist die Privatinsolvenz ein möglicher Ausweg. In diesem Fall wird der Ehepartner nach einer bestimmten Frist – in der Regel fünf bis sechs Jahre, abhängig von der Tilgungsrate der Schulden – von seinen Schulden vollständig befreit. Pfändbares Vermögen wird verwertet, unpfändbares bleibt Eigentum des Ehepartners.

Ein vorübergehender Liquiditätsengpass lässt sich unter Umständen mit einem Kredit ausgleichen – sofern das Einkommen es erlaubt, diesen zurückzuzahlen. Auch eine Umschuldung kann ein Ausweg sein, wenn hohe Zinsen die Rückzahlung erschweren. Dafür sollten Sie günstige Kredite vergleichen und bestehende mit einem vorteilhafteren ausgleichen.

Artikel-Informationen

Datum:

31. Januar 2019

Autor:

Stefanie Trautwein

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