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Ex-Part­ner zu­rück­ge­win­nen

Bild: Ex-Partner zurückgewinnen

Sie fra­gen sich wie Sie Ih­ren Part­ner zu­rück ge­win­nen?

Sind Sie getrennt, befinden Sie sich wahrscheinlich im Chaos Ihrer Gefühle. Sie wünschen, dass alles wieder so wird, wie es war. Ihr Streben, den Ex-Partner zurückzugewinnen, wird aber nur Aussicht auf Erfolg haben, wenn Sie weniger emotional und mehr strategisch denken. Natürlich ist es einfacher gesagt, als getan. Dennoch sollten Ihnen eine Reihe von Hinweisen aus dem Erfahrungsschatz anderer Leidgeplagter helfen, Ihren Ex-Partner zurückzuerobern. Auch wenn die Erfahrungen Dritter sehr subjektiv sind, beinhalten sie einen allgemeingültigen Kern.

Das Wich­tigs­te

  • Hat sich der oder die PartnerIn getrennt, ist die Trennung eine Konsequenz Ihrer gescheiterten Beziehung. Ob die Beziehung endgültig gescheitert ist, hängt von den Gründen ab, die die Trennung herbeigeführt haben. Sie müssen Ihre Situation also einer genauen Analyse unterziehen.
  • Versinken Sie nicht im Selbstmitleid. Besser ist, Sie denken konstruktiv und strategisch.
  • Vermeiden Sie, den oder die PartnerIn im Freundeskreis oder gegenüber Angehörigen verächtlich zu machen. Sie gefährden den Wiederaufbau Ihrer Beziehung.
  • Gut ist, wenn Sie nach der Trennung eine Ruhephase einleiten und die unkontrollierte Kontaktaufnahme vermeiden.
  • Um Zugang zum Ex-Partner zu finden, sollten Sie über Ihr soziales Umfeld positive Signale senden und, wenn Ihr Ex-Partner positive Signale zurücksendet, ein erstes Treffen verabreden. Erwarten Sie nicht sofortigen Erfolg. Sie müssen Schritt für Schritt neues Vertrauen aufbauen.
  • Benutzen Sie Ihre Kinder nicht als Faustpfand. Verweigern Sie das Umgangsrecht, provozieren Sie und riskieren, dass sich der Partner noch weiter zurückzieht.

Wol­len Sie Ih­ren Ex-Part­ner denn wirk­lich zu­rück­ha­ben?

Seien Sie realistisch. Fühlen Sie sich in dem Augenblick, in dem der Partner Ihre Beziehung aufgekündigt hat, wirklich so verlassen, wie Sie glauben? Möglicherweise sind es nur Ihr verletzter Stolz, der Sie dazu verleitet, sich mit dem Thema überhaupt zu beschäftigen. Wenn Sie ehrlich zu sich selbst sind und Ihre Situation sachlich und möglichst objektiv analysieren, könnte es durchaus sein, dass Sie den Abgang Ihres Ex-Partners gar nicht so sehr als Verlust empfinden. Vielleicht schaffen Sie sich zu sogar die Perspektive, Ihr Leben neu zu gestalten und auch noch besser zu machen. Vielleicht war der Partner bislang nur das Hindernis, das Sie auf diesem Weg aufgehalten hat.

Gut zu wissen: Erwarten Sie nicht, dass es allgemeingültige Tipps und Ratschläge gibt, wie Sie Ihren Ex-Partner zurückgewinnen. Jeder Mensch denkt, fühlt und reagiert anders. Jede Situation ist eine andere. Es kommt immer darauf an, was, warum und wie es passiert ist. Wenn Sie aber einbeziehen, welche Erfahrungen andere in einer vergleichbaren Situation bereits machen durften, haben Sie zumindest Ansatzpunkte, die Sie auf Ihre Gegebenheiten übertragen könnten.

Was ist der Grund, dass Sie ver­las­sen wur­den?

Wurden Sie verlassen, hatte Ihr Partner sicherlich Gründe. War es ein zufälliger Seitensprung, dürften Ihre Chancen besser stehen, als wenn es sich um eine richtige, bereits länger verlaufende Affäre handelt. Hatten Sie in der letzten Zeit nur noch Streit haben und haben sich nur noch angeschreien, sind Ihre Gemeinsamkeiten vielleicht so weit reduziert, dass Sie tatsächlich keine Zukunft mehr haben. Ist der Grund jedoch eher nichtig oder aus der Situation heraus entstanden, haben Sie bessere Chancen. Schließlich rostet alte Liebe bekanntermaßen nicht.

Expertentipp: Ihre Trennung hat Gründe. Beschränken Sie sich keinesfalls darauf, die Gründe ausschließlich in Ihrem Partner zu suchen. Auch wenn es noch so schwerfällt, müssen Sie versuchen, auch in Ihrem Verhalten und in Ihrer Seele nachzuforschen, wo es Ansatzpunkte gibt, die Ihren Partner vielleicht veranlasst haben, Sie zu verlassen. Gibt es solche Gründe, sollten Sie so ehrlich sein, sich diese einzugestehen. Dann müssen Sie daran arbeiten, negative Verhaltensweisen in den Griff zu bekommen. Nur so schaffen Sie die Voraussetzungen, dass Sie Ihrem Partner den Wind aus den Segeln nehmen. Solange sich an der Situation nichts ändert, werden Sie Ihre Chancen kaum verbessern.

Spie­len Sie nicht das Op­fer

Es dürfte kein guter Gedanke sein, Ihrem Ex-Partner sofort hinterherzulaufen. Werden Sie nicht zum Bittsteller. Jammern Sie ihm/ihr nicht vor, wie einsam und verlassen Sie sich fühlen. Bedenken Sie, dass sich die Machtverhältnisse verschoben haben. Sind Sie derjenige Partner, der verlassen wurde, sind Sie in einer Art Opferrolle, während der andere, der die Initiative ergriffen hat, sich gestärkt fühlen könnte. Zeigen Sie dem Ex also nicht, dass Sie schwach sind. Versinken Sie nicht im Selbstmitleid. Die Welt wird trotzdem nicht untergehen. Unterlassen Sie auch das Angebot, Freunde bleiben zu wollen. Sie riskieren, dass der Partner dieses Angebot annimmt und Ihr Angebot als Abschluss Ihrer Beziehung versteht.

Expertentipp: Stecken Sie in der Opferrolle, leben Sie wie hinter Gefängnismauern. Sie werden kaum in der Lage sein, ihre Situation zielführend und konstruktiv zu beurteilen. Strategisches Denken scheint unmöglich. Hoffen Sie nicht, dass der Partner allein wieder zu Ihnen zurückfindet. Sie müssen diese Rolle aufgeben und Ihr Vorgehen aktiv gestalten.

Ver­mei­den Sie Hass­ti­ra­den im Freun­des­kreis

Wurden Sie verlassen, sollten Sie nicht über den Ex-Partner herziehen und ihn/sie im gemeinsamen Freundeskreis oder gegenüber Ihren Angehörigen mit Hasstiraden überziehen. Sie schaffen sich damit keine Sympathien. Jeder Außenstehende wird insgeheim vermuten, dass auch Sie Schuld daran tragen, verlassen worden zu sein. Sollten Sie es dann tatsächlich schaffen, den Ex-Partner zurückzuerobern, riskieren Sie das endgültige Zerwürfnis, wenn er/sie davon erfährt, wie Sie über ihn hergezogen sind. Nicht zuletzt bezeugen Sie damit nicht unbedingt Ihre Zuneigung, wenn Sie Ihrer Wut durch Beleidigungen und Erniedrigungen Ausdruck verleihen. Da Sie den Partner zurückhaben wollen, sollte ohnehin kein begründeter Anlass bestehen, ihn oder sie schlecht zu reden.

Den­ken Sie stra­te­gisch

Gefühle sind denkbar schlechte Ratgeber. Agieren Sie aus einem Gemütszustand der unendlichen Traurigkeit heraus, sehen Sie wahrscheinlich kein Licht am Ende des Tunnels. Verlieren Sie sich in Ihrer Wut und Enttäuschung, riskieren Sie, Dinge zu tun, die Sie später bereuen und Ihre Beziehung noch mehr beeinträchtigen. Zerkratzen Sie Ihrem Partner also nicht den Autolack. Überlegen Sie besser, was Sie tun könnten, um Ihren Ex-Partner auf den richtigen Weg zu bringen. Sprechen Sie mit einer Vertrauensperson, wie Sie vorgehen könnten und berücksichtigen Sie, wie eine neutrale dritte Person Ihre Beziehung einschätzt.

Expertentipp: Die Vertrauensperson, mit der Sie Ihre Rückeroberung besprechen, sollte nicht unbedingt selbst bereits mit Ihrem Ex-Partner liiert gewesen sein. Diese Person sollte aktuell auch nicht selbst gerade verlassen worden sein. Sie brauchen eine Person, die Sie konstruktiv unterstützt und in der Lage ist, Ihnen Anregungen zu geben, wie Sie strategisch vorgehen. Ist diese Person dazu nicht in der Lage, riskieren Sie, dass Sie sich als Leidensgenossen fühlen und gemeinsam in den Abgrund stürzen.

Vor­sicht mit der Kon­takt­auf­nah­me

In Zeiten von WhatsApp und Co. sollten Sie darauf verzichten, Ihren Ex-Partner mit ständigen Nachrichten und Bittstellungen zu überziehen. Sie werden damit wenig erreichen. Geben Sie Ihrem Ex-Partner vielmehr die Möglichkeit, dass er oder sie Sie vermisst. Insoweit sollten Sie sich eine Kontaktsperre auferlegen. Kündigen Sie diese Kontaktsperre keinesfalls an. Möglicherweise meldet sich der Ex-Partner von selbst. Lauern Sie dem Partner nicht irgendwo an der Ecke auf. Rufen Sie nicht an. Warten Sie ab, bis sich die Wogen vermeintlich geglättet haben und reagieren aus einer Position der Stärke, Geduldsamkeit und Weitsicht.

Besser ist, wenn Sie dem Partner Gelegenheit geben, dass er oder sie Sie vermisst. Gehen Sie einige Zeit auf Tauchstation. Übertreiben Sie aber nicht. Irgendwann wird der Zeitpunkt kommen, an dem Sie reagieren sollten. Wenn Sie dann reagieren, sollten Sie sich auf eine nüchterne Reaktion beschränken und sich nicht gleich im Überschwang Ihrer Gefühle verlieren und sich dem Glauben hingeben, jetzt wird alles gut. Es gilt, Schritt für Schritt voranzugehen. Jeder Schritt zu viel kann Rückschritt bedeuten.

Sen­den Sie po­si­ti­ve Si­gna­le

Um ein späteres Treffen und eine Kontaktaufnahme vorzubereiten, kann es hilfreich sein, dem Partner vorab positive Signale zusenden. Nutzen Sie dazu Ihren Bekanntenkreis und Ihre Angehörigen. Erzählen Sie mehr oder weniger unauffällig, dass Sie sich in Ihrer neuen Rolle als Single zwar wohlfühlen, sich aber doch vorstellen können, dass Ihre Beziehung eine Zukunft hat. Bestenfalls fühlt sich Ihr Ex-Partner geschmeichelt und sendet positive Signale zurück. Auf dieser Grundlage können Sie dann mit großer Zuversicht den nächsten Schritt planen.

Or­ga­ni­sie­ren Sie ein ers­tes Tref­fen

Haben sich die Gegebenheiten auf ein normales Maß zurückführen lassen, kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem Sie ein erstes Treffen organisieren sollten. Schlagen Sie dem Partner eine persönliche Aussprache vor. Eine solche Aussprache sollte möglichst nicht am Telefon und schon gar nicht über WhatsApp oder Skype erfolgen. Treffen Sie sich an einen neutralen Ort. So, als wäre es das erste Kennenlernen.

Kommt es dann tatsächlich zum Meeting, sollten Sie vermeiden, den Partner mit Vorwürfen zu überziehen. Denken Sie positiv und konstruktiv. Sprechen Sie darüber, wie es Ihnen gerade geht und was Sie tun. Versuchen Sie, sich interessant zu machen. Erfinden Sie keine Geschichten. Erzählen Sie beispielsweise, dass Sie eine Ausbildung oder Fortbildung machen, gute Aussichten haben, am Arbeitsplatz befördert zu werden oder die letzte Familienfeier die Krönung des Jahres war. Machen Sie den Ex-Partner neugierig darauf, was Sie jetzt tun oder zu tun beabsichtigen. Schaffen Sie in ihm oder ihr die Erwartung, dass er mehr wissen möchte und Sie mindestens als attraktiven Gesprächspartner empfindet.

Sprechen Sie in den Ex-Partner nicht sofort darauf an, dass Sie ihn/sie sich zurückwünschen und ohne ihn oder sie nicht leben können. Warten Sie möglichst ab, bis der Partner die Initiative ergreift. Oft ergibt sich aus einer Zufälligkeit heraus, dass Sie über eine eventuell gemeinsame Zukunft reden.

Erwarten Sie auch im ersten Kontakt nicht, dass Sie vollen Erfolg haben werden. Seien Sie zufrieden, wenn ihr Gespräch ruhig und sachlich verläuft. Schaffen Sie die Basis für ein zweites Gespräch. Es gilt, Vertrauen aufzubauen und dem Partner zu signalisieren, dass die Chance besteht, wieder zusammen zu finden. Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es wahrscheinlich mehrerer Schritte. Dafür benötigen Sie wiederum die notwendige Geduld.

Stellen Sie sich vor, Sie treffen sich zum ersten Mal im Leben und präsentieren sich in Ihrem besten Outfit, mit den besten Manieren und geben alles, um den Partner für sich zu begeistern. Hatte sich der Ex-Partner beispielsweise früher über Ihre wenig attraktive Kleidung ausgelassen, empfiehlt sich, sich neu einzukleiden und die äußere Erscheinung zu pflegen (z.B. Bart ab, neue Frisur).

Be­rück­sich­ti­gen Sie die Rol­le Ih­rer Ge­mein­sam­kei­ten

Waren Sie längere Zeit zusammen, haben Sie hoffentlich einer Schatztruhe voller Gemeinsamkeiten angesammelt. Gemeinsamkeiten schaffen Vertrauen. Schwelgen Sie aber nicht in Erinnerungen, die sich nicht wiederholen lassen. Betrachten Sie gemeinsame Erlebnisse so, dass sie vergangen sind, wohl aber die schönsten Erinnerungen darstellen. Vermeiden Sie, Gemeinsamkeiten zum Ausgangspunkt zu machen, Ihren Ex-Partner für künftige Gemeinsamkeiten begeistern zu wollen. Wenn, dann sollte das Gespräch von selbst darauf kommen. Dann ergeben sich daraus konstruktive Unterhaltungen.

Be­trach­ten Sie Ih­re Kin­der nicht als Ver­hand­lungs­mas­se

Haben Sie Kinder und betreuen diese in Ihrer Obhut, geht es meist darum, dass der Partner den Umgang mit den Kindern wünscht. Vermeiden Sie, die Kinder zum Faustpfand Ihrer Unterredungen zu machen. Betrachten Sie Ihre Kinder vielmehr als Bindeglied zu Ihrem Ex-Partner. Auch Kinder sind ein Quell von Erinnerungen, die beide Partner als Elternteile auf ewig miteinander verbinden.

Vielleicht gelingt es, über Ihre Kinder die Beziehung neu zu beleben. Gewähren Sie dem Partner ein angemessenes Umgangsrecht. Wenn Sie den Umgang mit dem Kind verweigern, werden Sie den Partner provozieren und Ihre Verbindung wahrscheinlich endgültig torpedieren.

Fa­zit

Oft ist es die schiere Ungeduld, die Beziehungen zusätzlichen Belastungsproben aussetzt. Eine Trennung ist in dem Augenblick, in dem sie vollzogen wird, meist eine Ausnahmesituation. Emotionen sind verständlich, verhindern aber meist strategisches Denken.

Geschrieben von: Jennifer Habernach

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