Das Leben nach der Trennung

Eine Trennung ist immer ein großer Einschnitt im Leben. Nichts ist am Tag nach der Trennung noch so, wie es vorher war. Das eigene Zuhause, das Familienleben und der sichere Hafen sind zerstört. Von einem Tag auf den anderen sind die gemeinsamen Lebenspläne zunichte gemacht. Nicht selten muss das gemeinsame Haus verkauft werden und beide Partner müssen sich anstelle des großzügigen Einfamilienhauses im Grünen Mietwohnungen suchen.

Was bedeutet das für die Kinder, die dadurch unter Umständen ihre Spielkameraden verlieren und die Schule wechseln müssen? Bei welchem Elternteil sollen die Kinder leben, wie oft wird der andere Elternteil sie nach der Trennung noch sehen? Wie geht es finanziell weiter, was kann ich mir in Zukunft noch leisten? Was für Auswirkungen hat die Trennung auf den Lebensstandard? Wie gehe ich mit dem Alleinsein und der Einsamkeit um? Werde ich überhaupt noch jemals einen neuen Partner finden oder bleibe ich für immer allein? Wie soll ich überhaupt ohne den geliebten Partner zurechtkommen? Solche und ähnliche Fragen gehen einem durch den Kopf, wenn der erste Schock vorbei ist.

Das Leben nach der Trennung

Zunächst sind die meisten Menschen nach einer Trennung einfach nur hilflos, die Zukunft erscheint düster und perspektivlos und ein glückliches Leben nach der Trennung ist unvorstellbar.

Da nützt es auch nichts, an vergangene Trennungen zurückzudenken, die auch überwunden wurden oder an die Freundin, die nach einer schmerzhaften Trennung heute glücklich verheiratet ist. Diesmal ist alles anders. Der Ex-Partner war der einzige, den man je wollte und ohne ihn ist das Leben sinnlos.

Diese Gedanken und Gefühle sind nach einer Trennung völlig normal und gehören zu dem Schmerz und der Trauer über das Ende der Beziehung einfach dazu. Dabei ist es längst nicht nur der Partner, der verlassen wurde, der um die Beziehung trauert. Auch der Partner, von dem die Trennung ausging, hadert oft mit sich, vermisst den Ex-Partner und fragt sich immer und immer wieder, ob er die richtige Entscheidung getroffen hat. Auch Paare, die sich in gegenseitigem Einvernehmen getrennt haben, fallen in dieses tiefe Loch aus Trauer, Zweifel und Einsamkeit und wünschen sich den Partner und das Leben an seiner Seite nicht selten zurück. Aber die gute Nachricht ist, es gibt ein Leben nach der Trennung, nur der Weg dorthin ist mitunter schmerzhaft und anstrengend. Es braucht Kraft, eine Trennung zu verarbeiten und wieder nach vorn schauen zu können.

Wirtschaftliche und praktische Aspekte

Zu dem seelischen Schmerz über die Trennung kommen oft auch noch finanzielle und wirtschaftliche Sorgen hinzu. Gerade Frauen sind oft von ihrem Mann finanziell abhängig und wissen zunächst nicht, wie sie sich allein oder mit den Kindern finanziell über Wasser halten sollen.

Direkt nach der Trennung gibt es für getrennte Ehegatten den Trennungsunterhalt, mit dem der besserverdienende Ehepartner den anderen unterstützen muss und zwar unerheblich davon, wer die Trennung initiiert hat. Für gemeinsame Kinder muss von dem Partner, der die Kinder nicht betreut, Unterhalt gezahlt werden. Ist das Einkommen nicht hoch genug, um Unterhalt für die Kinder und Trennungsunterhalt zu zahlen, können das Jugendamt oder das Sozialamt einspringen.

Mit dem Ende der Beziehung kommt es üblicherweise meist auch zu einer räumlichen Trennung, obwohl es auch im Rahmen des gesetzlich vorgeschriebenen Trennungsjahrs möglich ist, in der gemeinsam genutzten Wohnung zu bleiben. Wichtig ist dann zur Anerkennung des Trennungsjahrs, dass die getrennten Eheleute keinen gemeinsamen Haushalt mehr führen, getrennt von Tisch und Bett leben und auch keine gemeinsamen Freizeitaktivitäten miteinander unternehmen. Gemeinsames Kochen, essen und bei einem Glas Wein über die beendete Beziehung sprechen ist also nicht die Art und Weise, wie das getrennte Paar in der gemeinsamen Wohnung seine Abende verleben sollte, wobei gemeinsame Mahlzeiten oder gelegentliche Ausflüge zum Wohl der Kinder das Trennungsjahr nicht beeinträchtigen. Weiterhin dürfen während des Trennungsjahrs in der gemeinsamen Wohnung keinerlei Leistungen für den anderen erbracht werden, das heißt, die Noch-Ehefrau darf den Mann nicht bekochen oder seine Wäsche waschen und die Betten beziehen und er darf nicht ihr Auto waschen oder gemeinsame Einkäufe erledigen. Das Zusammenleben sollte vielmehr in strikt getrennten Bereichen wie eine Wohngemeinschaft gestaltet werden. Wurde die Trennung nicht einvernehmlich beschlossen und ist es finanziell machbar, kommt es aber in den meisten Fällen zu einer räumlichen Trennung. Können sich die getrennten Partner keine zweite Wohnung leisten, ist es auch denkbar, dass einer der beiden zunächst zu Freunden, den Eltern oder anderen Verwandten zieht.

Was die Kinder angeht, so ist ein gemeinsames Sorgerecht auch nach einer Trennung die Regel, vorausgesetzt die Eltern haben vor der Trennung das gemeinsame Sorgerecht ausgeübt und es spricht im Sinne des Kindeswohls nichts dagegen, diesen Zustand aufrecht zu erhalten. Wünscht ein Elternteil das alleinige Sorgerecht, so muss er dies bei Gericht beantragen und begründen. Was den Umgang des Kindes mit beiden Elternteilen angeht, so gibt es keine gesetzlichen Vorgaben außer der, dass weder dem Kind noch einem Elternteil der Umgang miteinander verwehrt werden darf, es sei denn, es sprechen gravierende Gründe gegen einen Umgang. Das zu entscheiden ist aber wiederum Sache des Familiengerichts. Wünschenswert ist es immer, wenn die getrennten Eltern es schaffen, Absprachen darüber zu treffen, wer das Kind wann sehen darf und auch die Kinder an dieser Entscheidung beteiligt sind. Nach einer Trennung ist es für Kinder sehr wichtig, aktiv und zuverlässig zu erleben, dass nicht einer der geliebten Elternteile aus dem Leben verschwindet. Zunächst einmal auf Abstand zu gehen, damit sich die Wogen glätten und Gras über die Sache wachsen kann, ist daher im Sinne der Kinder sehr kontraproduktiv.

Expertentipp:

Schaffen es die Eltern nicht, zu einer Einigung bezüglich des Umgangsrechts zu kommen, sollten sie sich zum wohl der Kinder Hilfe in einer Familienberatungsstelle holen. Wer dem Ex-Partner nicht über den Weg laufen möchte, kann einen Freund oder eine Freundin bitten, das Kind jeweils zum Ex-Partner zu bringen und dort abzuholen oder als Treffpunkt ebenfalls eine Familienberatungsstelle wählen, wo die Mitarbeiter sich darum kümmern, dass die Eltern nicht aufeinandertreffen müssen.

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Nach einer Trennung teilt sich für viele Menschen das Leben in zwei Abschnitte auf:

Die Zeit vor der Trennung, als noch alles gut war und die Zeit nach der Trennung, in der alles in Scherben liegt. Doch trotz der Trennung gibt es im Leben weiter die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Die Beziehung und der Ex-Partner liegen in der Vergangenheit, in der Gegenwart spielen sie vielleicht noch insofern eine Rolle, als dass man noch unter der Trennung leidet und den Ex-Partner vermisst, doch in der Zukunft werden sie keine Rolle mehr spielen. Dennoch wird es eine Zukunft geben, zwar nicht die Zukunft, die Sie sich mit dem Ex-Partner aufbauen wollten, aber dafür eine andere. Je eher und je klarer Sie sich das bewusst machen, desto einfacher wird es, den Ex-Partner loszulassen und die Trennung zu verarbeiten.

Diese Erkenntnis können Sie zwar nicht erzwingen, aber Sie können sie begünstigen. Sie sollten Ihren Schmerz und die Trauer nicht verdrängen, sich aber auch nicht davon vereinnahmen lassen und nur in der Erinnerung und der Vergangenheit leben. Sport, Bewegung an der frischen Luft, Treffen mit Freunden oder auch etwas ganz Neues zu erleben wie ein neues Hobby oder eine Reise, helfen, aus dem Gefühl der Depression und Antriebslosigkeit herauszukommen und geben der Gegenwart neuen Auftrieb und neue Anreize. Wer es allein nicht schafft, sich aufzuraffen, kann sich einer Selbsthilfegruppe anschließen und dort Menschen kennenlernen, die in einer ähnlichen Situation stecken. Das ist gleichzeitig eine gute Gelegenheit, neue Freunde zu finden, jedoch müssen Sie etwas aufpassen, dass Sie nicht in ein Verhalten verfallen, in dem Sie wieder nur in der Vergangenheit leben und sich über die beendete Beziehung austauschen. Der Fokus sollte immer nach vorn gerichtet sein und wenn Sie sich die Zukunft allein und ohne den Ex-Partner noch nicht recht vorstellen können, sollten Sie zumindest in der Gegenwart bleiben.

Sind Sie, was die Trennung angeht aus dem Gröbsten heraus, helfen auch kleine Flirts ungemein, das zumeist angeknackste Selbstbewusstsein wieder aufzupolieren. In eine neue Beziehung sollten Sie sich allerdings nicht allzu schnell stürzen, da Sie dort nur dazu neigen würden, einen Ersatz für den Ex-Partner zu suchen. Erst wenn Sie ohne Tränen und Wehmut an den Ex-Partner zurückdenken, kein Herzklopfen und keine Schweißausbrüche mehr bekommen, wenn Sie ihn oder sie unvermutet irgendwo treffen, und wieder nach vorn schauen, sind Sie so weit, dass Sie sich auf einen neuen Partner einlassen können.

Expertentipp:

Auch, wenn sich das Leben nach einer Trennung in der Gegenwart abspielen sollte, in einer Hinsicht aber lohnt sich ein Ausflug in die Vergangenheit: Wer sich selbst gegenüber ehrlich sein kann, der sollte auf jeden Fall einen Blick zurück wagen, um herauszufinden, warum die Beziehung nicht funktioniert hat. Dabei geht es nicht darum, wer Schuld am Scheitern der Beziehung, sondern vielmehr darum, Verhaltensmuster zu erkennen, die einer Beziehung nicht gut tun. Wer sich allein damit schwer tut, kann auch Freunde oder Familienangehörige um Rat fragen oder das Thema in der Selbsthilfegruppe zur Sprache bringen.

Das Leben mit Kindern nach einer Trennung

Sind Kinder im Spiel, ist das Leben nach einer Trennung weitaus komplizierter, als wenn Sie eine kinderlose Beziehung beenden. Ein Liebespaar oder Ehepartner sind zwei Menschen nur so lange, wie die Beziehung oder die Ehe andauert, die Elternschaft jedoch dauert ein Leben lang.

Ganz egal, wie traurig, enttäuscht oder auch wütend Sie nach einer Trennung auf den Ex-Partner sind, eines wird einen bis zum Ende des Lebens zusammenhalten: die gemeinsamen Kinder. Das getrennte Paar trägt eine gemeinsame Verantwortung für die Kinder und jegliches Aufhetzen gegen den jeweils anderen Elternteil, schlechtmachen des Vaters oder der Mutter oder sich bei dem Kind über das Verhalten des anderen Elternteils zu beklagen, sind absolut tabu. Die Beziehung ist das eine, die Elternschaft das andere, und um das Kind, das sowieso schon unter der Trennung leidet, nicht noch mehr zu traumatisieren und womöglich in seiner Entwicklung zu schädigen, ist hier Vernunft zum Wohle des Kindes das einzige und oberste Gebot. Das Kind sollte in dieser Situation vielmehr von beiden Eltern aufgefangen werden und die Eltern sollten ihm erklären, dass sie sich gegenseitig nicht mehr lieben, das aber der Liebe zum Kind garantiert keinen Abbruch tut. Das Kind sollte mit beiden Elternteilen offen über den jeweils anderen Elternteil sprechen können und auch frei von seinen Erlebnissen dort erzählen dürfen. Auch in der Zeit nach der Trennung müssen die Eltern auf das Kind Rücksicht nehmen. Treffen mit einem neuen Partner sollten zunächst auf die kinderfreien Wochenenden verlegt werden und erst, wenn Sie sich sicher ist, dass sich hier eine dauerhafte und feste Beziehung entwickelt, sollte das Kind den neuen Partner kennenlernen.

Das bedeutet für Eltern durchaus Einschränkungen in ihrem Leben nach der Trennung, aber es gehört zu der Verantwortung, die Eltern für ihre Kinder zu tragen haben.

Das Leben geht weiter

Auch wenn es Ihnen in der ersten Zeit nach der Trennung unmöglich erscheint, das Leben geht weiter und eine Trennung ist immer nur das Ende einer Beziehung, nicht aber das Ende des Lebens.

Wer merkt, dass er Probleme hat, die Trennung zu verarbeiten und mit dem Leben nach der Trennung nicht klar kommt, der sollte sich unbedingt Hilfe holen. Diese Hilfe können Selbsthilfegruppen oder Familienberatungsstellen leisten, aber auch niedergelassene Psychologen. Wer nach dem Ende einer Beziehung ernsthaft über Selbstmord nachdenkt, sollte sofort die Reißleine ziehen, sich Freunden oder Verwandten anvertrauen oder sich an ein Notfalltelefon wenden und sich so schnell wie möglich in ärztliche Behandlung begeben.

Trennungen sind heute leider etwas Alltägliches und auch wenn es schmerzt, ist es besser, eine nicht mehr funktionierende Beziehung zu beenden, anstatt sie um jeden Preis aufrecht erhalten zu wollen. Egal, wie tief das Loch ist, in das Sie nach einer Trennung fallen, Sie werden den Weg wieder heraus finden und sich ein neues Leben aufbauen. Oft kann eine Trennung auch eine Chance und ein Neuanfang sein und es tun sich Wege und Möglichkeiten auf, die Sie in der alten Beziehung nie gehabt hätten. Aber Sie müssen offen dafür sein und es zulassen, anstatt nur an dem Vergangenen festzuhalten und damit die Zukunft und das Leben nach der Trennung zu blockieren.

Das Wichtigste noch einmal zusammengefasst:

  • Eine Trennung stellt das gesamte Leben auf den Kopf. Es braucht Zeit, sich auf die veränderten Lebensumstände einzustellen.
  • Das Leben verändert sich nach einer Trennung, aber es ist nicht vorbei.
  • Sie sollten sich immer wieder klarmachen, dass eine Trennung das Ende einer Beziehung ist, nicht das Ende des Lebens.
  • Es ist wichtig, sich alle Zeit zu nehmen, die Sie brauchen, um die Trennung zu verarbeiten, aber dabei nicht in der Vergangenheit zu leben.
  • Eine Trennung kann auch eine Chance sein, das Leben zu verändern.

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