Weg 1: Betrachten Sie die Krise als Chance – nicht als Endpunkt
Vielleicht neigen Sie dazu, Krisen zu ignorieren. Geht es um Ihre Ehe, sollten Sie jedenfalls nicht den Kopf in den Sand stecken. Betrachten Sie Ihre Ehe als eine Investition:
Sie haben geheiratet,
ein gemeinsames Leben aufgebaut,
einen Hausstand begründet,
vielleicht Kinder bekommen
oder ein Haus gebaut.
All das steht jetzt auf dem Spiel — das heißt aber nicht, dass es verloren ist.
Jede Krise ist auch eine Chance. Selbst wenn Sie eine Ehekrise feststellen, besteht kein Grund, sofort zu resignieren. Für Ihr Glück sind Sie zunächst auch selbst verantwortlich: Analysieren Sie, was genau Sie unzufrieden macht, bevor Sie daraus einen Trennungsgrund konstruieren. Nur konstruktives, positives Denken ermöglicht Fortschritt — pessimistisches Denken schafft keine Lösungen.
Rückblick auf sieben Jahre
Sind Sie jetzt tatsächlich sieben Jahre verheiratet, stellen Sie, objektiv betrachtet, vielleicht sogar fest, dass sich Ihre Ehe im Laufe der vergangenen sieben Jahre bewährt hat: Sie haben schwierige Phasen überstanden, finanzielle oder berufliche Probleme gemeistert und daher eigentlich Anlass, die nächsten 7 Jahre Ihrer Ehe mit Optimismus zu erwarten. Insoweit könnte man das siebte Ehejahr als ein zukunftsweisendes und konstruktives Schicksalszeichen betrachten.
Weg 2: Werden Sie wieder zum Team
Ihr Ehepartner sollte Ihr Partner, Ihr Kamerad und Ihr Freund sein. Unter Partnern hilft man sich gegenseitig: Was der eine nicht kann, weiß der andere; was der eine nicht sieht, erkennt der andere. Nur gemeinsam ist man stark — und wer gemeinsam Probleme meistert, wächst zusammen.
Gemeinsam ist man stark
Ihr Ehepartner sollte Ihr Partner, Ihr Kamerad und Ihr Freund sein. Unter Partnern ist es üblich, dass man sich gegenseitig hilft. Was der eine nicht kann, weiß der andere. Was der eine nicht sieht, erkennt der andere. Nur gemeinsam ist man stark. Wenn man gemeinsam stark ist und gemeinsam Probleme meistert, wachsen Sie zusammen. Dann kann auch eine Ehekrise Ihrer Partnerschaft wenig anhaben und Sie tun sich wesentlich leichter, eine Ehekrise zu bewältigen.
Eine Ehe ist ein Vertrag - aber keiner, den Sie aus dem Business vielleicht kennen
Betrachten Sie Ihre Ehe auch als eine Art Vertrag. Ehen sind keine Konsumartikel. Mit der Eheschließung haben Sie sich verpflichtet, füreinander Verantwortung zu übernehmen. Eine Ehe ist kein Mobilfunkvertrag, den Sie mit Kündigungsfrist einfach kündigen, um gleich danach einen neuen abzuschließen — sie ist auf Dauer angelegt. Berücksichtigen Sie auch die Interessen Ihres Partners und richten Sie Ihre Lebensführung so ein, dass Sie kompatibel bleiben.
Was können wir in einem Ehevertrag regeln?
Darauf müssen Sie achten, wenn Sie einen Ehevertrag abschließen möchten.
Anzeichen früh erkennen, statt sie zu ignorieren
Spätestens wenn Sie Anzeichen für eine Ehekrise feststellen oder vermuten, sollten Sie sich überlegen, was Sie jetzt tun oder unterlassen sollten. Diese Anzeichen zu ignorieren wäre fahrlässig: Wenn es in Ihrem Ehepartner brodelt und Sie warten, bis es irgendwann herausbricht, ist es vielleicht zu spät.
Klar ist: Krisen lassen sich nicht vermeiden. Doch nicht jede Ehekrise ist gleich ein Trennungsgrund — meistens bedeutet sie nur, dass die Partnerschaft Risse bekommen hat. Eine Partnerschaft beruht auf gegenseitigem Vertrauen und Wertschätzung. Sie vermeiden weitere Risse, indem Sie Ihren Partner an Ihrem Leben teilhaben lassen, gemeinsame Aktivitäten entfalten und Ihr Leben als gemeinsames Leben verstehen.
Weg 3: Unterscheiden Sie echten Streit von übertragenem Stress
Es stabilisiert eine Beziehung spürbar, wenn Sie unterscheiden, welche Probleme sofort besprochen werden müssen und welche noch Zeit haben. Wer sich nur auf die schwierigen Themen konzentriert, untergräbt das Vertrauen in die Beziehung und produziert Frust und Enttäuschung, wo eigentlich kein Problem sein müsste. Üben Sie sich daran, zunächst kleinere Probleme zu lösen — das schafft die Grundlage, auch größere Themen anzugehen.
Forscher kennen zudem das Phänomen der Stressübertragung: Sie können sich nicht nur mit Viren infizieren, sondern auch mit der schlechten Laune Ihres Partners. Kommen Sie gestresst von der Arbeit nach Hause, steckt sich Ihr Partner leicht an — und es entsteht eine Krise, die eigentlich gar keine ist. Eine gute Work-Life-Balance kann hier gegensteuern.
Weg 4: Verzeihen Sie, wo es möglich ist
Eheliche Verfehlungen, insbesondere Untreue, lösen regelmäßig handfeste Ehekrisen aus. Ob sich daraus auch ein Trennungs- oder Scheidungsgrund ergibt, hängt davon ab, wie schwerwiegend und emotional belastend die Verfehlung war. Manchmal ist das Vertrauen so zerstört, dass nur die Trennung aus der Krise führt. Oft aber sind Sie einander noch verbunden genug, um zu verzeihen — ein schmerzhafter Weg, der emotionale Selbstdisziplin erfordert, aber auch das Eingeständnis, dass menschliches Fehlverhalten menschlich ist.
Berücksichtigen Sie dabei: Ein Fehlverhalten entsteht selten aus dem Nichts, sondern hat meist eine Vorgeschichte, für die auch Sie mitverantwortlich sein können. Nutzen Sie den Vorfall als Anlass, Ihre Beziehung auf den Prüfstand zu stellen und neu zu organisieren.
Weg 5: Holen Sie sich Unterstützung, bevor Sie eine Entscheidung treffen
Eine Paartherapie ist im Kern eine Eheberatung mit dem Ziel, Ihre aus der Richtung geratene Beziehung wieder ins Lot zu bringen. Lassen Sie sich vom Wort "Therapie" nicht abschrecken: Es geht nicht um eine psychotherapeutische Behandlung, sondern darum, im Gespräch die Handlungsmuster zu erkennen, die in Ihrer Beziehung zu Streit führen. Ein Paartherapeut nimmt das Gesagte emotionslos entgegen und übersetzt es so, dass Ihr Partner es versteht. Oft werden dabei Verhaltensweisen offenbar, die Sie selbst so nicht wahrgenommen haben.
Bevor Sie sich für eine Scheidung entscheiden, sollten Sie außerdem die Zeit danach mitdenken: Paare, die sich spontan aus einer emotionalen Belastungssituation heraus trennen, bereuen diesen Schritt oft. Vergleichen Sie beide Szenarien ehrlich miteinander — oft ist die Ehekrise das geringere Übel als die Lebenskrise nach einer Trennung.
Soll ich mich wirklich trennen?
Wenn Sie gerade keine Entscheidung für oder gegen die Beziehung fällen können, kann Sie diese Entscheidungshilfe unterstützen.