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Tren­nung mit Kind

Bild: Trennung mit Kind

Wie sa­ge ich es mei­nem Kind?

Glückliche Familie mit Mama, Papa und den Kindern: Das wünschen sich viele Paare. Doch manchmal passt es einfach nicht mehr, die Liebe ist weg, die Beziehung ist am Ende. Doch gerade wegen der gemeinsamen Kinder fragen sich viele Paare: sollen wir uns wirklich trennen? Sie sollten sich immer eines vor Augen führen: Kinder sind kein Ehekleister und jeder Beteiligte hat das Recht, glücklich zu sein. Allen voran natürlich Ihre Kinder - aber Sie ebenso.

Kur­ze Zu­sam­men­fas­sung

  • Wer Kinder hat, sollte sich nicht leichtfertig trennen. Kinder sind aber auch kein Grund, eine unglückliche Beziehung zu retten.
  • Eine Trennung ist für Kinder ein ebenso starker Einschnitt in das bisherige Leben wie für die Eltern. Beide Eltern sollten dem Kind gemeinsam erzählen, dass sie sich trennen werden.
  • Eine Trennung kann körperliche und psychische Auswirkungen auf Ihr Kind haben.

Prak­ti­sche Tipps für Sie

Tipp 1: Seien Sie für Ihr Kind da
Kinder müssen spüren, dass ihre Eltern weiter da sind. Neben Freunden oder Vertrauenslehrern kann auch ein Psychologe bei der Verarbeitung der Trennung helfen.

Tipp 2: Schaffen Sie wohnliche Verhältnisse
Kinder sollten ein eigenes Zimmer bei der Mutter und dem Vater haben und sich überall willkommen fühlen.

Tipp 3: Fragen Sie nach Hilfe
Anwalt, Familienberatungsstelle oder Arbeitsamt informieren über die finanziellen Hilfen, die es für Alleinerziehende gibt.

Tren­nung mit Kind

Wer Kinder hat, der sollte sich nicht leichtfertig trennen. Manchmal kann ein Neustart helfen, eine Paartherapie oder Paarberatung oder einfach die Kommunikation: Man muss dem Partner sagen, was einem fehlt, sonst kann dieser nicht reagieren.

Kinder sind kein Ehekleister

Natürlich sind Kinder aber auch kein Grund an einer unglücklichen Beziehung festzuhalten. Das gilt im Besonderen, wenn der Partner gewalttätig oder abhängig von Drogen oder Alkohol ist. Das gilt aber auch, wenn man selbst unglücklich ist, der Partner nicht bereit ist, sich zu ändern oder vielleicht sogar fremdgeht. Eine Trennung ist nicht schön für Kinder. Sie ist aber oftmals besser, als in einem zerstrittenen, gefühlskalten Zuhause aufzuwachsen, in dem die Eltern unglücklich sind und sich regelmäßig streiten.

Das Glück aller Beteiligten

Eltern haben das Recht auf ein eigenes, schönes Leben und auf Glück. Das gilt auch, wenn sie Kinder haben. Kinder können eine Trennung verkraften. Es ist nur wichtig, für die Kinder da zu sein, mit ihnen über ihre Ängste zu reden. Außerdem sollten Kinder weiterhin zu beiden Elternteilen Kontakt haben können. Denn Kinder lieben ihre Mutter und ihren Vater.

Das Leben der Eltern ist das Buch, in dem die Kinder lesen.

Augustinus Aurelius (354 n. Chr. - 430 n. Chr.)

Wel­che Pro­ble­me kön­nen bei ei­ner Tren­nung mit Kind auf­tre­ten?

Für die Eltern ist eine Trennung schwer: Oftmals sind verletzte Gefühle im Spiel, zerbrochene Träume und Scherben eines gemeinsam aufgebauten Lebens. Man muss das eigene Leben neu sortieren, sich selbst und die eigenen Gefühle wieder in den Griff bekommen, die Finanzen neu regeln. Das ist oftmals schwierig. Dabei darf man aber nicht vergessen: Für Kinder ist eine Trennung mindestens ebenso schmerzhaft. Sie sind traurig, fühlen sich vielleicht sogar verlassen und einsam. Für Kinder ist eine Trennung ein ebenso starker Einschnitt in das bisherige Leben wie für die Eltern: Ein Elternteil ist nicht mehr immer da, der andere Elternteil ist traurig; vielleicht steht ein Umzug ins Haus.

Trennung und Kinder

Tren­nung und Kin­der

Worauf bei einer Trennung und Scheidung mit Kind geachtet werden muss, erfahren Sie hier.

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Für den gemeinsamen Nachwuchs ist die Trennung ein Umbruch. Oftmals geben Kinder sich die Schuld an der Trennung der Eltern. Sie fühlen sich verlassen und verletzlich, entwickeln starke Verlustängste. Viele Kinder fühlen sich aber auch in einem Konflikt gefangen, sich zwischen den Eltern entscheiden zu müssen. Sie leiden unter einem Loyalitätskonflikt. Kinder werden zu Werkzeugen der Eltern, zum Prellbock oder zum Boten zwischen den Eltern. Das hat Einfluss auf die Kinder. Sie entwickeln teilweise fantasievolle Strategien, um sich nicht zwischen den Eltern entscheiden zu müssen oder um es beiden recht zu machen. Das täuscht aber nur darüber hinweg, dass das Kind auch leidet.

So können Kinder nach einer Trennung etwa unter Schlafstörungen leiden, unter Verlustängsten oder unter Konzentrationsschwäche. Viele Kinder werden schlechter in der Schule, zeigen aggressives Verhalten oder nässen nachts ein. Manche Kinder ziehen sich zurück, leiden unter Verlustängsten. Kleine Kinder reagieren vielleicht mit Bauchweh, während ältere Kinder ihre Eltern gegeneinander ausspielen lernen.

Expertentipp: Kinder können unter einer Trennung leiden, auch wenn sie sich äußerlich nichts anmerken lassen. Wichtig ist, dass beide Elternteile Kontakt halten und Nähe bieten, ohne gerade ältere Kinder zu sehr einzuengen.

Wie kön­nen El­tern ih­ren Kin­dern hel­fen?

Kommunikation ist wichtig, auch für Kinder. Natürlich spielt das Alter der Kinder dabei eine große Rolle: ein Zehnjähriger denkt anders, als eine Fünfjährige. Aber es gilt in jedem Fall: Man sollte Kinder nicht im Unklaren darüber lassen, was gerade passiert. Kinder möchten wissen, dass ihr Vater jetzt nicht mehr im gleichen Haus wohnt, dass er aber nicht wegen seiner Kinder gegangen ist und sie immer noch lieb hat. Denn gerade kleine Kinder beziehen vieles aus dem Umfeld zunächst auf sich selbst, fragen sich daher schnell, ob die Eltern sich wegen des Kindes getrennt haben. Eltern sollten ihre Kinder daher einfühlsam auf die Trennung vorbereiten, sie dabei anschauen und ihnen zeigen, dass sie immer für es da sein werden. Das gilt für Kinder aller Altersklassen.

Allerdings sollten Eltern nicht damit rechnen, dass die Kinder Verständnis für diesen Schritt haben: Kinder wollen eigentlich immer, dass Mama und Papa zusammen bleiben. Eine vernünftige Trennung mit Absprachen, auch mit Gesprächen mit dem Kind, ist wichtig. Dabei ist es egal, ob man das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht hat. Eltern haben eine Verantwortung dem Kind gegenüber und das hat ein Recht auf beide Elternteile. Auch sollte man das Kind nicht als Instrument benutzen, um beispielsweise die schon immer verhasste Schwiegermutter zu strafen, indem sie ihren Enkel nicht mehr sehen darf. Das Kind hat eigene Bindungen zu anderen Menschen. Vielleicht liebt es seine Oma oder den Onkel. Es schadet also letztlich nur dem Kind, wenn man andere Menschen mit Kontaktverbot strafen will.

Wichtig ist, dass keiner der beiden Elternteile die Kinder vernachlässigt. Sie brauchen Mutter und Vater. Und wichtig ist dabei auch, dass Mutter und Vater ihre Gefühle nicht bei den Kindern abladen oder schlecht über den Ex-Partner reden. Sie sind nicht der richtige Gesprächspartner, um eine Trennung zu verarbeiten. Denn Kinder stehen immer zwischen den Stühlen, weil sie beide Elternteile nicht verlieren wollen. Wenn Kinder außerdem immer mit ihren Eltern im Gespräch sind und von ihnen nach ihren Gefühlen und Problemen gefragt werden, dann haben sie umgekehrt auch das Gefühl, mit ihren Problemen immer zu den Eltern kommen zu können.

Außerdem sollten Eltern klare Absprachen bezüglich der Kinder treffen, auch wenn es gerade in der Anfangsphase der Trennung schwer fällt. Die Absprachen sollten aber auch eingehalten werden. Dann weiß das Kind, dass es jedes zweite Wochenende bei Papa ist, dass es jeden Abend um 19 Uhr mit ihm telefonieren kann oder dass jeden Mittwoch Papa-Tag mit schönen Unternehmungen ist. Ältere Kinder sollten ein Mitspracherecht bekommen und sich in die Absprachen einbringen und Wünsche äußern können. Für kleinere Kinder sollten Eltern die Absprachen treffen, um sie nicht zu überfordern.

Oft verändern sich Kinder nach einer Trennung erstmal. Das sollten die Eltern berücksichtigen. Es kann etwa sein, dass Kinder, die bisher schon mal alleine daheim geblieben sind, Mama plötzlich überall hin begleiten wollen. Dabei ist es egal, ob es schnell zum Einkaufen in den Laden im Nachbardorf geht oder zum Bäcker um die Ecke: Eltern sollten diese Bedürfnisse berücksichtigen. Gerade kleine Kinder suchen nach einer Trennung die Nähe der Eltern, weil sie Angst haben, verlassen zu werden. Jugendliche hingegen wollen oftmals mehr Abstand, suchen sich Gesprächspartner im Freundeskreis. Auch das sollte akzeptiert werden. Gleichzeitig sollten Eltern eine gewisse Nähe halten, damit das Kind weiß, dass es immer Ansprechpartner in der Familie hat.

Expertentipp: Beide Eltern sollten dem Kind gemeinsam erzählen, dass sie sich trennen werden. Kleine Kinder verstehen den Sinn der Worte oft noch nicht. Umso wichtiger sind Taten: Kinder müssen spüren, dass Mama und Papa weiter da sind.

Hil­fe vom Psy­cho­the­ra­peu­ten bei ei­ner Tren­nung mit Kind

Jedes Jahr müssen rund 150.000 bis 200.000 Kinder nach einer Scheidung mit der Trennung ihrer Eltern klar kommen. Hinzu kommen die vielen unehelichen Kinder, deren Eltern sich trennen. Für sie alle ist die Trennung der Eltern ein Drama, ein Schock. Verbunden ist die Erfahrung mit Schmerz, Wut, Trauer und Zukunftsangst. Alle Kinder leiden unter der Trennung der Eltern, egal wie alt sie sind.

Immer öfter schaffen es Eltern, sich vernünftig zu trennen und die Kinder nicht hineinzuziehen. Denn Eltern bleiben ein Elternpaar, auch wenn sie kein Liebespaar mehr sind. Manchmal kommen die Eltern aber auch einfach nicht mehr an ihre Kinder heran. Oft schaden Eltern ihren Kindern aber auch in Folge der Trennung, weil sie sie instrumentalisieren und in den Streit mit dem Ex-Partner mit hineinziehen. Es kommt zu Verhaltensauffälligkeiten bei den Kindern. Das liegt nicht an der Trennung an sich, sondern an dem Umgang der Eltern miteinander und mit dem Kind. Oft ziehen sich Kinder dann zurück, machen Probleme mit sich selbst aus und haben Angst, ihre Gefühle zu äußern. Manche Kinder reagieren sogar mit körperlichen Erkrankungen und Schmerzen oder mit dem Einnässen des Bettes. Da kann ein Außenstehender helfen, der mit den Kindern über deren Ängste und Probleme spricht. Neben Freunden oder Vertrauenslehrern kann das auch ein Psychologe sein.

Zahlen zeigen, dass etwa jedes vierte Kind nach einer Trennung der Eltern professionelle Hilfe braucht. Eine Therapie kann den Kindern helfen, sich an die neue Lebenssituation zu gewöhnen. Sie lernen, in Gesprächen die Trennung zu verarbeiten. Zu einer Therapie gehören aber auch Gespräche mit den Eltern. Denn diese müssen lernen, mit den Kindern richtig umzugehen, für sie da zu sein und sie zu unterstützen.

Hilfe bei einer Trennung

Hil­fe bei ei­ner Tren­nung

Diese Checkliste gibt Ihnen einen Überblick, wo und bei wem Sie nach einer Trennung Hilfe bekommen.

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Wo wird das Kind woh­nen?

Alleinerziehende Eltern sind keine Seltenheit in Deutschland. Ein großer Teil der Ehen landet vor dem Scheidungsrichter, auch unverheiratete Paare trennen sich wieder. Viele von ihnen haben Kinder. Trennungen sind also für viele Kinder ein Thema. Trennungen müssen nicht die Seele der jungen Menschen zerstören. Viele Kinder können gut damit umgehen, wenn die Eltern sich trennen. Studien zeigen, dass Kinder einige Zeit nach der Trennung der Eltern wieder ein stabiles, neues Gleichgewicht gefunden haben. In der sozialen Kompetenz gibt es meist keine Nachteile gegenüber den Altersgenossen aus traditionellen Familien mit Mutter und Vater.

Wichtig ist, dass man nicht versucht, einen Elternteil zu ersetzen. Sicherlich kommt irgendwann ein neuer Partner. Der wird auch für das Kind aus der alten Beziehung da sein. Aber er oder sie ist kein biologisches Elternteil. Wenn das Kind weiterhin Kontakt zu Mutter und Vater haben will, kann keiner durch einen neuen Partner ersetzt werden. Natürlich kann das Zusammenleben in einer Patchwork-Familie für das Kind schön sein und bereichernd. Damit sollte es sich aber nicht zwischen den „richtigen“ und den „neuen“ Eltern entscheiden müssen.

Fi­nan­zi­el­le Hil­fe bei ei­ner Tren­nung mit Kind

Neben den schmerzhaften Folgen für das Kind bei einer Trennung machen sich viele Elternteile, die über einen solchen Schritt nachdenken, auch Sorgen um die finanzielle Seite. Denn Eltern wollen ihre Kinder versorgen, ihnen ein gutes Leben ermöglichen. Dazu gehört auch Geld. Allerdings sollte das Geld kein Grund für Eltern sein, mit einem ungeliebten Partner in einer zerrütteten Beziehung zu leben.

Wer sich trennen möchte, der sollte sich bei einem Anwalt, bei einer Familienberatungsstelle oder beim Arbeitsamt informieren über die finanziellen Hilfen, die es für Alleinerziehende gibt. Bei einem kleinen Kind hat der Elternteil, bei dem das Kind lebt, Anrecht auf Unterhalt für sich und für das Kind. In jedem Fall steht dem Kind Kindesunterhalt zu. Sind die Eltern verheiratet, gibt es auch Trennungsunterhalt.

Will die Mutter mit dem Kind aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen, hat aber keinen Job oder einen, bei dem sie nur wenig Geld verdient, so kann sie etwa eine Wohnung vom Arbeitsamt bezahlt bekommen oder zumindest ihren Lohn aufstocken.

Aus­blick

Eine Trennung mit Kind ist sicherlich aufwändiger für Sie als für kinderlose Paare. Sie müssen einiges organisatorisches beachten und and das Kindeswohl denken. Versuchen Sie es positiv zu sehen, so geben Sie mit Ihrer Trennung auch Ihrem Kind eine Chance auf ein glücklicheres Familienleben ohne Streit und Lieblosigkeit. Gehen Sie mit Ihrem Ex-Partner und Ihrem Kind respektvoll um, wird die anfänglich schwierige Zeit schnell zu Normalität. In besonders schwierigen Fällen haben Sie die Möglichkeit professionelle Hilfe aufzusuchen.

Glossar zum Artikel:

  • Das Sorgerecht ist das Recht, das Kind zu betreuen, zu erziehen und zu versorgen, sowie Entscheidungen für das Kind zu treffen. Nach der Scheidung besteht in der Regel das gemeinsame Sorgerecht fort.
  • Das Aufenthaltsbestimmungsrecht ist Teil des Sorgerechts und umfasst das Recht, über den gewöhnlichen Aufenthalt des Kindes im Alltag zu entscheiden, dazu gehören auch Freizeit und Urlaub.
  • Der nicht betreuende Elternteil und das Kind haben das Recht auf persönlichen Umgang miteinander. Das Umgangsrecht besteht auch, wenn der andere Elternteil das alleinige Sorgerecht hat.

Geschrieben von: iurFRIEND®-Redaktion

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