Hilfe bei Trennung

Es ist ein schöner Wunsch: Die Liebe, die für ewig hält. Doch manchmal ist es traurige Realität, dass die Liebe vergeht oder eine Beziehung trotz aller Gefühle füreinander nicht mehr funktioniert. So oder so: Eine Trennung ist meist nicht leicht und für beide Seiten schmerhaft. Doch schon Wilhelm Busch wusste: „Meist hat, wenn zwei sich scheiden, einer etwas mehr zu leiden.“

Ist Hilfe bei Trennung nötig?

Besonders der Verlassene bei einer Trennung reagiert oft mit Liebeskummer, mit Unverständnis und Trauer. Wut und Verzweiflung erfassen verlassene Partner oft und es ist nicht selten, dass es auch zu körperlichen Beschwerden kommt: Der traurige Verlassene isst kaum noch, leidet unter Kreislaufproblemen, kann schlecht schlafen oder beginnt, übermäßig viel zu rauchen oder zu trinken.

Die Bewältigung der negativen Gefühle nach einer Trennung ist für den Verlassenen daher oftmals ein schwerer Weg. Man leidet unter Selbstzweifeln, unter Wut und Hass oder unter mangelndem Selbstbewusstsein. Man fragt sich, wo die Fehler lagen und ob man selbst an der Trennung schuld ist. Bei einigen Verlassenen kommen auch finanzielle Probleme durch die Trennung hinzu und damit einher eine große Angst vor der Zukunft. Außerdem gerät das eigene Leben aus der Bahn, denn eine Trennung ist ein tiefer Einschnitt in den bisherigen Alltag. Diese emotionalen Reaktionen auf eine Trennung sind völlig normal und nichts, wofür man sich schämen muss.

Für viele Menschen ist es schwer, mit diesen Problemen alleine fertig zu werden. Das gilt vor allem, wenn die Trennung überraschend und völlig unerwartet kam. Das Leben muss neu geordnet werden, Gefühle müssen angenommen und verarbeitet werden. Zunächst ist da die Hoffnung, dass der Partner zurückkehrt, danach kommt es häufig zu Eifersucht und zu Rachegedanken. In vielen Fällen muss man neben all der Wut und Trauer trotzdem auch für die eigenen Kinder da sein, die ganz sicher ebenso unter der Trennung leiden. Es ist daher also keine Schande, sich Hilfe bei Trennung zu suchen und es ist auch nicht verwunderlich, dass viele Menschen in dieser Achterbahn der Gefühle eine einfühlsame Hilfe bei Trennung brauchen.

Expertentipp:

Jeder verarbeitet eine Trennung anders. Wer monatelang nicht über den Schmerz hinwegkommt, der sollte sich aktiv Hilfe suchen. Das ist keine Schande.

Wer hilft bei der Trennung?

Psychotherapeut/Psychologe

Wer nach einigen Monaten der Trauer und des Schmerzes nicht über den Partner hinwegkommt, der sollte über den Gang zu einem Spezialisten nachdenken. Viele Menschen, die verlassen wurden, denken auch nach einem Jahr noch an den Ex-Partner, idealisieren die Zeit mit ihm oder mit ihr, und können die Beziehung nicht oder nur schwer verarbeiten. Darunter leidet das komplette Leben: Arbeit und Freunde werden vernachlässigt, der Betroffene ist stets traurig und niedergeschlagen oder sogar reizbar. Hier ist Vorsicht geboten, denn das können erste Anzeichen für eine Depression sein. Eine Therapie bei einem Psychotherapeuten kann helfen, aus diesem Tief herauszukommen, die Depression zu überwinden und mit der Beziehung abzuschließen. Wer eine Trennung alleine nicht verarbeiten kann, läuft Gefahr, in eine schwere Depression abzurutschen. Dann droht, das komplette Leben zu entgleiten. Es ist keine Schande, sich einzugestehen, dass man Hilfe bei Trennung braucht. Manche Menschen sind einfach für seelische Belastungen und Trennungsschmerz anfälliger.

Eine Überweisung zum Psychotherapeuten bekommt man am besten über den Hausarzt. Hat der Betroffene bereits Depressionen, kann der Psychologe die Therapie auch mit Medikamenten unterstützen. Es gibt aber mittlerweile auch zahlreiche psychologische Berater, die sich nicht nur der Paartherapie, sondern auch der Hilfe bei Liebeskummer verschrieben haben.

Diese Gesprächstherapien bei Therapeuten und Beratern haben unter anderem das Ziel, das Selbstwertgefühl des Verlassenen zu stärken. Sie helfen zudem dabei, den möglichen Grund für die Trennung herauszufinden, lassen einen Blick auf das eigene Verhalten werfen und helfen nicht nur dabei, die vergangene Beziehung zu bewältigen, sondern auch für die Zukunft aus eigenen Fehlern zu lernen.

Trennungsbewältigungsgruppe

In einer Gruppe mit Gleichgesinnten kann man offen über seinen Schmerz sprechen. Schließlich geht es den anderen Betroffenen genauso. Man hat ein offenes Ohr bei Menschen, die wissen, wie man sich fühlt und die vor allem objektiv sein können. Sätze wie „Der hat dich eh nicht verdient“ von Mama oder der besten Freundin kann man in einer schmerzvollen Trennungssituation nicht unbedingt gebrauchen. Man kann hier auch neue Kontakte knüpfen, Freunde finden und wieder am Geschehen der Welt teilnehmen, statt sich zuhause einzuschließen. Man kommt vor die Tür, ist aktiv und findet Ablenkung, was zumeist das beste Mittel gegen Trennungsschmerz darstellt. Manchmal kann es sehr hilfreich sein, auch mit neuen Freunden in den neuen Lebensabschnitt zu starten. Gerade, wenn der bisherige Freundeskreis mit beiden Ex-Partnern gut befreundet ist.

Internetforen

In Internetforen findet ein Verlassener viele Gleichgesinnte, die den Schmerz teilen, aus ihren gescheiterten Beziehungen berichten und sich gegenseitig Halt und Rat geben. Manchmal kann es leichter sein, in der Anonymität des Internets über sein Leben, seine Ängste und seine Gefühle zu sprechen. Allerdings muss man auch damit rechnen, dass man negative Rückmeldung bekommt. Daher sollte man sich vor allem spezielle Trennungsforen suchen, in denen auch wirklich nur Gleichgesinnte sind.

Expertentipp:

Wer verlassen wurde, sollte sich nicht daheim einschließen, sondern aktiv werden, Sport machen und mit Freunden ausgehen. Gespräche zur Verarbeitung der Trennung sind dabei wichtig, egal ob mit Freunden, anonymen Internetbekanntschaften oder geschulten Spezialisten.

Hilfe bei Trennung für die Kinder

Vor allem Kinder brauchen bei einer Trennung oft Hilfe, Verständnis und ein offenes Ohr. Viele Kinder reagieren auf eine Trennung der Eltern mit Angst oder geben sich sogar selbst die Schuld. Es ist schwer zu verstehen, dass die Eltern sich nicht mehr lieb haben – dafür aber weiter für ihre Kinder da sind und die ablehnenden Gefühle nicht auf die Kinder projiziert werden. Viele Kinder leiden nach einer Trennung unter Verlustängsten. Einige beginnen vielleicht wieder ins Bett zu urinieren, andere neigen zu Aggressivität oder werden schlechter in der Schule.

Auch wenn es schwer fällt: Nach der Trennung sind die Eltern gefragt, sich einfühlsam zu verhalten, die Kinder zu unterstützen und ihnen Liebe und Aufmerksamkeit zu geben. Dazu gehört auch, vor den Kindern nicht schlecht über den Ex-Partner zu sprechen. Das bringt Kinder in Gewissenskonflikte, denn sie haben ihre Mutter und ihren Vater beide lieb. Dafür sollte man mit seinem Kind über dessen Gefühle sprechen und ihm auch ermöglichen, weiter einen guten Kontakt zum Ex-Partner zu haben. Regelmäßige Treffen und Telefonate sind für das Kind sehr wichtig. Vor allen Dingen sollten beide Partner dem Kind deutlich vermitteln, dass nicht das Kind schuld an der Trennung ist. Das erfordert viel Kraft und Sensibilität, ist aber sehr wichtig für das Kind, denn im Prinzip wurde auch das Kind ein Stück weit verlassen.

Expertentipp:

Gespräche und Einfühlungsvermögen sind wichtig für Kinder. Notfalls kann auch Kindern eine Gesprächstherapie helfen, mit der Trennung der Eltern besser klarzukommen und zu lernen, dass sie selbst keine Schuld tragen.

Finanzielle Hilfe bei Trennung

Eine Trennung kann nicht nur emotional belastend sein, sondern auch finanziell. Gerade Frauen, die wegen gemeinsamer Kinder den Job aufgegeben haben oder nur noch stundenweise arbeiten, stehen plötzlich alleine mit den Kindern und haben große Angst, wie sie das finanziell stemmen sollen. Wer von seinem besser verdienenden Partner verlassen wird, der sollte sich trotz aller Trauer sofort beraten lassen. Eine erste Beratung beim Arbeitsamt kann helfen, um herauszufinden, inwiefern man mit Unterstützung zu rechnen hat. Eventuell können Kosten für eine Wohnung übernommen werden, wenn man selbst keine Arbeitsstelle hat. Gibt es gemeinsame Kinder, ist es zudem die einfachste Lösung, wenn der Partner, der die Kinder nicht behält. auszieht und sich eine neue Wohnung sucht.

Wichtig ist auch die Beratung durch einen Anwalt. Dieser wird in der Regel sofort Trennungsunterhalt beantragen, wenn das getrennte Paar bislang verheiratet war. Trennungsunterhalt muss schnellstmöglich beantragt werden, da er nicht rückwirkend gezahlt werden kann.

Hat das getrennte Paar gemeinsame Kinder, muss auch der Kindesunterhalt schnellstmöglich beantragt werden. Der Ex-Partner ist für das Kind auf jeden Fall unterhaltspflichtig, egal ob man verheiratet ist oder nicht. Ist das Kind jünger als drei Jahre, muss der Ex-Partner normalerweise auch Unterhalt für denjenigen zahlen, bei dem das Kind lebt. Auch dieser Kindesunterhalt kann nicht rückwirkend gezahlt werden.

Expertentipp:

Wird der schlechter verdienende Partner verlassen, sollte er sich sofort beim Arbeitsamt melden und von einem Anwalt beraten lassen. Wer schlechter verdient und sich trennen möchte, der sollte sich von finanziellen Sorgen nicht von der Trennung abhalten lassen.

Tipps für die emotionale Verarbeitung

Es ist wichtig, sich selbst einzugestehen, dass man verletzt ist. Eine Trennung geht nicht spurlos an jemandem vorüber. Daher ist es wichtig, sich eine Schonzeit zu gönnen, in der man seine Gefühle verarbeiten kann.

Trotz aller Hoffnung darauf, dass der Partner zurückkehrt: Hat dieser sich einmal getrennt, passiert das nur in den wenigsten Fällen. Daher sollte man den Kontakt in der ersten Zeit nach der Trennung vermeiden, um sich selbst nicht unnötig zu verletzen. „Wir bleiben Freunde“ funktioniert in dieser Situation meist nicht, denn gerade der Verlassene macht sich vielleicht noch Hoffnungen. Diesen Schmerz sollte man vermeiden und das Angebot ausschlagen. Wenn das Paar gemeinsame Kinder hat, ist das natürlich nicht möglich, aber auch dann sollte der Kontakt vorerst auf ein Minimum reduziert werden und sich nur auf die Kinder beziehen.

Suchtmittel helfen nicht gegen Trennungsschmerz, sie betäuben ihn lediglich. Alkohol, übermäßiges Essen oder Rauchen sollten daher gemieden werden. Letztlich schaden sie dem Körper mehr, als dass sie der Seele helfen. Wichtig ist es auch, sich nicht zuhause zu vergraben, sondern das Haus zu verlassen und etwas zu unternehmen. Aktivität und Unternehmungen mit Freunden lenken vom Schmerz ab und helfen, in einen neuen Alltag zurückzufinden. Besonders sportliche Aktivität kann helfen, Wut zu kanalisieren und abzubauen: Wer joggen geht, tanzen oder boxen, wer das Haus umräumt oder Erdbeeren im Garten anpflanzt, der tut sich selbst etwas Gutes und wird sich dadurch bald besser fühlen. Zudem baut man Wut als überschüssige Energie sinnvoll ab.

Expertentipp:

Sammeln Sie alle Gegenstände, Geschenke und Bilder ein, die sie an Ihren Ex-Partner erinnern könnten. Packen Sie diese in eine Kiste und räumen diese weg oder geben sie Ihrem Ex-Partner.

Unterschiede bei Männern und Frauen

Es ist natürlich nicht der Regelfall, denn Ausnahmen gibt es immer, aber meist verarbeiten Frauen eine Trennung ganz anders als Männer. Geht die Trennung vom Mann aus, werden viele Frauen oft monatelang von Selbstzweifeln gequält. Sie sehen eine Trennung als persönliche Niederlage und suchen die Schuld bei sich selbst. Oft analysieren sie die Beziehung noch viele Monate lang.

Männer haken für sich selbst eine Trennung oft zügiger ab. Sie gehen meist schneller als die Ex-Partnerin eine neue Beziehung ein, halten sich weniger mit Selbstzweifeln auf und versuchen in vielen Fällen nicht, monatelang die Gründe für das Scheitern der Beziehung zu ergründen. Sie blicken schnell wieder nach vorne.

Das Wichtigste noch einmal zusammengefasst:

  • Die Bewältigung der negativen Gefühle nach einer Trennung ist oftmals ein schwerer Weg, der Hilfe von außen erforderlich macht.
  • Verlassene sollten aktiv werden, Sport machen und mit Freunden ausgehen.
  • Gespräche zur Verarbeitung der Trennung mit Freunden, anonymen Internetbekanntschaften oder geschulten Spezialisten sind gut und nicht selten die größte Hilfe.
  • Kinder brauchen bei einer Trennung oft Hilfe, Verständnis und ein offenes Ohr.
  • Wird der schlechter verdienende Partner verlassen, sollte er sich sofort beim Arbeitsamt melden und vom Anwalt beraten lassen, um finanzielle Unterstützung und Trennungsunterhalt zu beantragen.

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