Depression nach Trennung

Eine Trennung ist ein erheblicher Einschnitt in das bisherige Leben: Der Mensch, den man geliebt hat, mit dem man das Leben geteilt hat, ist plötzlich fort. Man fühlt sich alleine, ohne Halt. Liebeskummer und Trauer ist in dieser Situation ganz natürlich. Bei manchen Menschen entwickelt sich aus dieser Trauer und den negativen Gefühlen allerdings auch eine Depression nach der Trennung. Wie kann das passieren?

Was ist eine Depression?

Manche Menschen fühlen sich noch lange nach der Trennung schlecht, traurig und freudlos. Häufig spricht man dann von einer Depression. Diese eine ernsthafte Erkrankung, eine sogenannte depressive Störung. Sie wird mit Medikamenten und Therapien behandelt.

Eine Depression zeichnet sich durch anhaltende negative Gedanken sowie den Verlust von Freude aus. Depressive Menschen verlieren oft ihr Selbstwertgefühl und ihren Antrieb, die Lust an jeglichen Aktivitäten oder an Arbeit ist vergangen. Eine richtige Depression ist eine psychische Erkrankung, die behandelt werden muss. „Zähne zusammenbeißen und durch!“– funktioniert bei einer richtigen Depression leider nicht, denn die Erkrankung lässt sich nicht durch Selbstdisziplin aus der Welt schaffen.

Anders ist es jedoch mit einer schlechten Phase im Leben eines Menschen. Wer sich nach einer Trennung traurig, verletzt und antriebslos fühlt, der leidet oft einfach. Manchmal wird im alltäglichen Sprachgebrauch auch hier davon gesprochen, dass der Verlassene depressiv ist. Manchmal hat der Mensch einfach eine gedrückte Stimmung, gerade nach einer Trennung. Die schlechte Stimmung lässt sich dann meist auf einen konkreten Anlass zurückführen und vergeht mit der Zeit wieder. Nach einem einschneidenden Erlebnis kann so eine schlechte Stimmung auch einfach länger anhalten. Es gilt dann also herauszufinden, ob man eine Depression hat oder einfach niedergeschlagen ist.

Wer immer noch kurzfristig Freude inmitten der schlechten Stimmung und der Trauer empfinden kann, der leidet normalerweise nicht an einer Depression. Wer hingegen schon mindestens zwei Wochen freudlos ist, der kann schon unter einer depressiven Verstimmung leiden. Diese kann sich immer weiter zu einer starken Depression steigern, wenn sie nicht frühzeitig erkannt und behandelt wird.

Expertentipp:

Nicht jede andauernde schlechte Stimmung ist auch eine Depression. Wer allerdings länger als zwei Wochen keinerlei positive Gefühle empfinden kann, der sollte einen Arzt aufsuchen.

Wie entsteht eine Depression?

Bisher ist nur teilweise klar, wie eine Depression entsteht. Die Ursachen sind sehr komplex. Sie können erblich bedingt sein, durch eine Stoffwechselstörung im Gehirn oder durch eigene Lebenserfahrungen entstehen. Meist ist ein komplexes Zusammenspiel aus verschiedenen Faktoren verantwortlich für die Erkrankung.

Die Anfälligkeit für eine Depression kann durchaus vererbt werden. Verschiedene Studien haben sich damit auseinandergesetzt. So gibt es Menschen, die eine psychosoziale Belastung nur schwer bewältigen können und dadurch eventuell an einer Depression erkranken. Wer genetisch vorbelastet ist, kann etwa durch langanhaltende Arbeitslosigkeit, durch lange Erkrankung oder eben durch den Verlust des Partners depressiv werden. Frühe Traumata bei Kindern können zudem auch im späteren Leben zu depressiven Episoden führen. Studien haben aber auch gezeigt, dass es Zwillingspaare gibt, bei denen nur einer der Zwillinge an Depression erkrankt. Die Erblichkeit kann also nicht der einzige Faktor sein.

Einer Depression kann Wissenschaftlern zu Folge auch eine neurobiologische Störung zu Grunde liegen. Signale werden falsch oder nicht übertragen. Daher können bei einigen Patienten auch Medikamente nicht helfen. Dieser Bereich ist allerdings hochkomplex. Depressionen können vermutlich auch bedingt werden durch Infektionen, etwa mit Streptokokken, oder durch einen Entzug von Medikamenten wie Betablockern oder durch psychotrope Substanzen.

Wieso entsteht eine Depression nach Trennung?

Wer schon erblich vorbelastet ist oder etwa durch traumatische Erfahrungen oder einen ängstlichen Erziehungsstil in der Kindheit, der kann nach einer Trennung auch eine Depression entwickeln. Ein ängstlich-fürsorglicher Erziehungsstil kann etwa dazu führen, dass Kinder im späteren Erwachsenenleben nicht in der Lage sind, Stress zu bewältigen und mit belastenden Situationen umzugehen. Schließlich haben sie dies in der Kindheit nicht gelernt. Auch kann eine Depression nach Trennung entstehen, wenn frühere Verlusterlebnisse nicht verarbeitet wurden, etwa wenn ein Elternteil früh starb. Emotionale Verletzungen können in der Kindheit entstehen, wenn man sich in Situationen alleine und ungeliebt gefühlt hat. Diese vernarbten Wunden können bei einer Trennung wieder aufreißen und das Gefühl aus der Kindheit in Erinnerung rufen.

Anfällig für eine Depression nach Trennung sind auch Menschen, die vom Charakter her eher melancholisch veranlagt sind, die ein geringes Selbstwertgefühl haben und die sich durch hohe Aufopferungsbereitschaft und Überkorrektheit auszeichnen. Oftmals erkranken eher Frauen an Depressionen. Laut einer amerikanischen Studie sind es jedoch vor allem die Männer, die nach einer Trennung oder Scheidung in eine Depression verfallen. Das liegt auch daran, dass Frauen über ihre Gefühle sprechen, mit Freundinnen diskutieren und sich Rat holen. Männer hingegen wollen Gefühle oft nicht zulassen, spielen Trauer vor den Freunden herunter und wollen Probleme mit sich selbst ausmachen.

Eine Depression kann in der Entstehung übrigens begünstigt werden, wenn man wenig Freunde hat, sich zuhause vergräbt und Kontakte meidet. Gefährdeter sind Großstädter und Menschen, die viel Alkohol trinken oder Cannabis konsumieren. Auch kann jemand, dem Arbeit wichtig ist und der einen Job hat, einen Trost nach der Trennung in der Arbeit finden. Wer allerdings gar keinen oder einen schlechten Job hat, der ist wieder anfälliger für Depressionen. Gerade diese Menschen haben oftmals ihren Rückhalt in der Familie.

Wer hilft mir bei einer Depression?

Depression ist mittlerweile eine häufig auftretende Krankheit. Im Normalfall sollte also der behandelnde Hausarzt die Erkrankung schon erkennen. Eine Überweisung zu einem Psychiater kann dann Gewissheit verschaffen. Es gibt verschiedene Verfahren, die eingesetzt werden, um die Schwere der Depression festzustellen. Dabei werden zugleich andere mögliche Erkrankungen ausgeschlossen.

Depressionen können mittlerweile in den meisten Fällen erfolgreich behandelt werden. Oft werden Antidepressiva verschrieben, hinzu kommt eine Therapie bei einem Psychiater. Die Therapie besteht aus einem Gespräch mit dem Psychiater. Bei einer starken Depression und vor allem bei Suizid-Gefahr wird auf eine stationäre Therapie zurückgegriffen. Teilweise wird auch die medikamentöse Einstellung gerne bei einem stationären Aufenthalt gemacht. Die meisten Depressionen können jedoch ambulant vom Arzt und mit Hilfe von Psychotherapie behandelt werden.

Expertentipp:

Manchmal erkennt der Hausarzt eine Depression nicht. Sollten die negativen Gefühle nach dem Besuch beim Arzt länger anhalten und Symptome für eine Depression sich verdichten, sollte man ruhig nochmal zum Arzt gehen und die mögliche Depression auch selbst ins Gespräch bringen. Zur Not kann man auf einer Überweisung zum Spezialisten bestehen.

Wie kann ich eine Depression vermeiden?

Wer die Veranlagung für Depressionen hat oder vielleicht schon eine behandelte depressive Episode hinter sich hatte, der kann versuchen, aktiv gegen eine Erkrankung anzugehen. Wer bereits in Behandlung war, der kennt sicherlich Übungen, die helfen können, negative Gefühle zu verarbeiten und die emotionalen Wunden wieder zu schließen.

Man sollte sich nach einer Trennung nicht abschotten und Gefühle nicht unterdrücken. Trauer ist okay, Tränen auch. Dennoch darf man sich nicht im Schmerz verlieren und fallen lassen, sondern sollte den Kontakt nach außen aufrechterhalten und suchen. In kleinen Schritten kann so die Trauer überwunden und verarbeitet werden. Das Leben sollte in der nächsten Zeit strukturiert werden, um den Halt nicht zu verlieren. Kontakt und Aktivität sind dabei wichtig, ebenso wie eine Planung, die eingehalten wird. So kann man am Montag nach der Arbeit mit einem Freund einen wöchentlichen Termin im Fitness-Studio ausmachen. Dienstags kann ein Sprachkurs an der Volkshochschule folgen und jeden Mittwoch steht ein Spieleabend mit den Freunden an. So kann die Woche strukturiert werden. Dabei sollte der Tag aber nicht zu vollgepackt werden, denn Überforderung wirkt sich auch negativ auf das Wohlbefinden aus. Ein wenig Zeit für sich selbst schadet also nicht unbedingt.

Wer sein Hirn fordert, der kann sich außerdem auf andere Gedanken bringen und so die zunehmend negativen Gedanken, die in eine depressive Episode führen können, vermeiden. Nach der Trennung sollte man sich also nicht von der Trauer übermannen lassen, sondern Projekte planen, sich in geistig fordernde Arbeit stürzen, etwas organisieren oder Rätsel lösen. Wer geistig aktiv ist, der ist emotional weniger aktiv. Wer also das geistige Zentrum im Gehirn fordert, der kann so das Gehirn von den negativen Stimmungen im emotionalen Zentrum ablenken.

Eine Depression früh erkennen

Es gibt viele Anzeichen für eine Depression, an denen man selbst früh erkennen kann, ob man depressiv wird. Je früher man diese psychische Erkrankung erkennt und behandeln lässt, desto besser. Jede Depression, die erst spät erkannt und behandelt wird, kann chronisch werden und erhöht das Risiko, schneller wieder in erneute depressive Episoden zu verfallen.

Eine Depression ist nicht plötzlich da, sondern kommt eher schleichend. Daher gibt es auch viele frühe Anzeichen. Dabei entwickeln die Erkrankten oft völlig neue Charakterzüge. Viele ziehen sich plötzlich zurück und halten keinen Kontakt mehr zu ihren Freunden oder legen weniger Wert auf ihr Äußeres, als zuvor. Es kann zu Schlafstörungen oder zu Störungen im Magen-Darm-Trakt kommen. Andere Betroffene hingegen reagieren völlig gegensätzlich und versuchen sich hinter einer Maske zu verstecken: Sie drehen auf, legen starken Wert auf ihr Äußeres und sind völlig verändert.

Wer an einer Depression erkrankt, der kommt auch oft einfach nicht mehr aus dem Bett, ist müde und antriebslos. Diese Müdigkeit kann man sich dann meist selbst nicht erklären, man fühlt sich in einer aussichtslosen Situation. Die Gefühle und Wahrnehmungen sind alle negativ eingetrübt. Schlechtes wird noch negativer gesehen und auch Gutes erscheint plötzlich negativ. Viele Erkrankte entwickeln Suizidgedanken, verlieren ihre Freude am Leben und an ihren Hobbys, essen kaum und nehmen ab.

Man sollte sich dann für seine Situation nicht schämen, sondern früh den Arzt aufsuchen und untersuchen lassen. Auch muss man sich nicht für eine diagnostizierte Depression schämen: Hilfe und Verständnis von Familie und Freunden sind wichtig und können auf dem Weg heraus aus der depressiven Episode helfen.

Expertentipp:

Wer dauerhaft seine Freude verliert, sich leer fühlt und elend, der sollte einen Arzt aufsuchen. Es können Anzeichen für eine Depression sein. Wer zudem immer öfter an Selbstmord denkt, der sollte sich sofort Hilfe holen.

Hilfe durch Leidensgenossen

Wer unter einer Depression leidet, der kann Hilfe und Zuspruch in einer Selbsthilfegruppe finden. Es kann gut tun und stark entlasten, mit anderen Menschen zu reden. Vor allem wenn diese Menschen die eigenen Gefühle kennen, ähnliches durchgemacht haben und einen verstehen. Denn wer nie unter einer Depression gelitten hat, der kann die Gefühle und die Leere in einem Erkrankten kaum nachvollziehen

Zudem lernt man in einer Selbsthilfegruppe, dass man nicht alleine ist und dass man keine schlimme Krankheit hat für die man sich schämen muss. Viele andere Menschen leiden ebenfalls an Depressionen und zeigen, wie man sich selbst helfen und wie man sich helfen lassen kann. In Selbsthilfegruppen gibt es zudem viele Informationen für Erkrankte zu Therapien und Medikamenten, ebenso wie ein Austausch über Erfahrungen mit verschiedenen Behandlungen. Gemeinsam können die Mitglieder der Gruppe aktiv werden, Schritt für Schritt Unternehmungen planen und so ihre eigene Antriebslosigkeit überwinden.

Wer gerade in einer schweren Depression ist, der wird kaum alleine den Antrieb finden, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen. Eine solche Gruppe ist daher oft eine Adresse für Menschen, die unter einem frühen Stadium der Depression oder unter immer wiederkehrenden depressiven Episoden leiden.

Das Wichtigste noch einmal zusammengefasst:

  • Eine Depression ist eine ernsthafte Erkrankung, die mit Therapie und Medikamenten behandelt wird.
  • Es gilt nach einer Trennung herauszufinden, ob man eine Depression hat oder einfach niedergeschlagen ist.
  • Wer länger als zwei Wochen keinerlei positive Gefühle empfinden kann, sollte einen Arzt aufsuchen.
  • Depressionen können erblich bedingt sein, durch eine Stoffwechselstörung im Gehirn oder durch eigene Lebenserfahrungen entstehen.
  • Der Besuch von Hausarzt oder Psychiater kann Gewissheit verschaffen.
  • Sie sollten sich nach einer Trennung nicht abschotten oder Gefühle unterdrücken.
  • Halten Sie den Kontakt nach außen aufrecht.
  • Wer geistig aktiv ist, der ist emotional weniger aktiv und das Gehirn wird von den negativen Stimmungen im emotionalen Zentrum abgelenkt.
  • Wer an einer Depression erkrankt, ist oft müde und antriebslos oder verändert sich charakterlich.
  • Hilfe und Zuspruch gibt es in Selbsthilfegruppen.

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