Trennungsgründe

Trennung wegen Fahrstils

Freitag, 2. Juli 2021, geschrieben von .

Trennung wegen Fahrstils

Eine Autofahrt spiegelt das Wesen einer Beziehung wieder. Wer hier gute Lösungen für typische Streitfälle findet, ist auch für den Rest des Alltags gewappnet. Doch wie bremst man den Bleifuß des Partners aus? Oder hält ihn als Beifahrer vom ständigen Nörgeln ab? Paare haben sich schon wegen weit weniger als einer überfahrenen Ampel oder eines verpassten Termins durch zu langsames Fahren getrennt. Erkennen Sie sich und Ihren Sozius in den folgenden Szenarien wieder, können Sie mit unseren Tipps gegensteuern.

Kein Part­ner fährt schlecht Au­to

Natürlich – es gibt Ausnahmen, jedoch verursacht in erster Linie mangelnde Kommunikation den Streit in der ehelichen Fahrgemeinschaft. Und zwar fehlt es oft an denjenigen Gesprächen, die vor der Fahrt geführt werden müssten. Denn könnten Sie folgende Fragen sicher beantworten?

  • Ist mein Partner als Beifahrer eher ängstlich?
  • Hat er oder sie einmal einen Unfall erlebt, verursacht oder mit angesehen?
  • Wie viel Risiko ist er oder sie bereit, in knappen Situationen zu tragen (z.B. Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen ohne Tempolimit)?

Mit dem Wissen darum lässt sich schon mancher Zündstoff von vornherein beseitigen. Jedoch liegen noch mehr Anlässe für Streit sprichwörtlich auf der Straße – welche (subjektiv betrachteten) Fahrstile, aber auch welche Verhaltensweisen IM Auto, sorgen für Diskussionen?

Part­ner fährt zu schnell

Als Fahrzeuglenker ist ein Partner in der Machtposition. Alle anderen Insassen können nur bedingt Einfluss auf seine Entscheidungen nehmen. Fühlen diese sich geängstigt, sollten sie das dem Fahrer auch so mitteilen.

Wenig bringen Belehrungen wie „Hier ist 80!“, da der Fahrer das entsprechende Verkehrsschild vermutlich ohnehin gesehen hat und sich gemaßregelt vorkommt.

Mehr hilft ein Eingeständnis der eigenen Angstgefühle, damit der Partner den Grund für den Wunsch des anderen kennt. Und wer weiß – vielleicht ist dem Fahrer „80“ insgeheim auch lieber, da er nur schneller fährt, um seiner neuen Liebschaft neben sich zu imponieren.

Part­ner fährt zu lang­sam Au­to

Vielleicht würde der erfahrenere KFZ-Führer es gern ein wenig schneller haben, jedoch schwimmt der gerade fahrende Partner eher im langsamen Verkehrsfluss mit. Sätze wie „Gleich fahren wir rückwärts, wenn du noch mehr verlangsamst!“, tragen hier sicherlich nicht zu einer Lösung bei.

Klar ist: Solange keine wirkliche Gefährdung dadurch ausgeht, bestimmt der Fahrer das Tempo. Statt ein Schneckentempo harsch zu kritisieren, sollte man entweder

  • fragen, ob der Partner eventuell müde ist und eine Ablösung braucht, oder zumindest
  • seine Beweggründe für ein fixeres Vorankommen ausdrücken (dass man hinterher noch zu einem Anschlusstermin muss etc.).

Das gro­ße Gan­ze dis­ku­tie­ren

Manchmal unterhält man sich über Alltagsdinge im Auto, und kommt vom Hundertsten ins Tausende. Plötzlich wird es grundsätzlich, oder es geht um wiederkehrende Streitpunkte, die Sie aber auch außerhalb des Autos noch nie lösen konnten.

Dann gilt: Diese Themen nicht während der Fahrt hochkochen lassen. Der Fahrer muss sich konzentrieren. Aber auch, wenn der chauffierende Partner selbst die Diskussionen beginnt oder weiterführen will, darf der Beifahrer das drohende Gefecht mit Verweis auf die Verkehrssicherheit abbrechen.

Wichtig ist, das große Ganze nicht auf sich beruhen zu lassen und in einem ruhigen Umfeld noch einmal aufzugreifen.

Part­ner ver­fährt sich dau­ernd

Sie denken, zu Zeiten von TomTom und Google Maps ist dieser Streitpunkt ein Relikt der Vergangenheit? Im wahrsten Sinne des Wortes, weit gefehlt. Navigationsgeräte leiten die Menschen trotz aller Verbesserungen nach wie vor in die Irre. Sie können:

  • ausfallen oder nicht auf dem aktuellen Stand sein,
  • auf Richtungswechsel zu früh oder zu spät hinweisen,
  • das Vertrauen des Fahrers verlieren bei einer unlogisch anmutenden Routenwahl.

Der beifahrende Partner bekommt dies entweder nicht mit oder weiß es angeblich noch besser als Fahrer und Navi. Ist man mitten drin in der Fahrt oder gar in Zeitnot, helfen Dispute nicht mehr viel. Hier ist es gut, sich vor Reiseantritt Orientierung zu verschaffen oder auch den Partner zu fragen, ob er die Wegeplanung programmieren möchte.

Wenn ihm dann auffällt, dass man trotzdem eine Abzweigung verpasst, sollte er das ruhig mitteilen oder auch an wichtigen Knotenpunkten wie Autobahnab- und auffahrten 100 Meter vorher nochmal daran erinnern.

Dis­kus­sio­nen um das Ein­par­ken

Eine ausreichend große Parklücke mutet – besonders wenn hinten schon gehupt wird – manchmal unendlich klein an. Wessen Partner dann endlos durch die Straßen fährt, um eine andere Parkbucht zu finden, kann schnell die Geduld verlieren.

In so einem Fall hilft ein Fahrerwechsel. Diesen sollte man jedoch möglichst freundlich anbieten. Keinesfalls also im Befehlston: „Lass mich ans Steuer, sonst kommen wir gar nicht mehr ins Kaufhaus!“

Vielleicht lernt der andere, so er denn willig ist, noch ein paar Tricks. Wenn Sie wissen – und das meinen wir in der Einleitung, dass er oder sie lieber seitlich oder quer einparkt, können Sie selbst übrigens viel empathischer reagieren.

Klappt’s im Au­to, klappt es in der Be­zie­hung

In Ludwigshafen zog ein Partner, der mit dem Fahrstil seiner Liebsten nicht einverstanden war, während der Fahrt plötzlich die Handbremse. Nach diesem Fast-Unfall war sie es, die anschließend die Notbremse zog – und zwar in Form der Scheidung. Die Art und Weise, wie Sie miteinander die Fragen der Fahrweise klären, ist ein Brennglas für Ihre Ehe oder Ihre Beziehung. Wer hier gut miteinander auskommt, profitiert ungemein davon für die Zeit außerhalb der Karosserie.

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