Trennungsgründe

Weihnachten: So vermeiden Paare Streit und Konflikte an den Feiertagen

Donnerstag, 12. Dezember 2019, geschrieben von Volker Beeden.

Weihnachten: So vermeiden Paare Streit und Konflikte an den Feiertagen

Weihnachten ist das Fest der Liebe und der Besinnung. Zumindest soll es so sein. Möchten Sie Weihnachten geruhsam und friedfertig begehen, sollten Sie Ihre Erwartungen realistisch beurteilen und nichts erzwingen, was sich nicht erzwingen lässt. Streit und Konflikte an den Feiertagen lassen sich mit gutem Willen durchaus vermeiden oder zumindest im Zaum halten, wenn Sie die Ansätze kennen, die Streit- und Konfliktpotenziale begründen. Es gibt immer wieder Situationen, in denen gerade die scheinbar besinnliche Zeit Anlass gibt, Streit und Konflikte in einer Trennung eskalieren zu lassen. Sie sollten es sich selbst wert und Ihren Angehörigen schuldig sein, es nicht dazu kommen zu lassen.

Wozu Weihnachten?

Weihnachten ist an sich ein Geburtstag. Jesus wurde geboren. Da dieser Vorgang mehr als 2000 Jahre in der Vergangenheit liegt, scheint er zunehmend in Vergessenheit zu geraten. Auch wenn Sie nicht gläubig oder religiös eingestellt sind, ist Weihnachten eine Zeit, die einen unglaublichen Zauber entfaltet und Jahr für Jahr viele Menschen in ihren Bann zieht. Verständlicherweise gehen damit Erwartungen einher, die ein jeder von uns mit Weihnachten verbindet. Werden diese Erwartungen nicht erfüllt oder nicht respektiert, leidet die gute Laune. Weihnachten sollte eine Zeit der Stille und Besinnlichkeit sein, zumindest dann, wenn Sie den Trubel in der Vorweihnachtszeit bewältigt haben und der Tag des Heiligen Abends anbricht. Wenn Sie von dieser Grundprämisse ausgehend, sollten Sie auch Ihre Erwartungen an Weihnachten an diesem Maßstab messen. Weihnachten ist ein Gedenktag, ein Feiertag und ein Fest. Sie sollten sich also feierlich benehmen und Streit und Konflikte an den Feiertagen hintenanstellen. Wie Sie dieses anstellen, versuchen wir mit diesem Beitrag anzuregen.

Welche Chancen bietet Weihnachten?

Weihnachten ist jedenfalls kein Fest, bei dem einfach nur ein Weihnachtsbaum im Zimmer steht und Geschenke ausgetauscht werden. Weihnachten ist viel mehr. Weihnachten bietet die Gelegenheit, eine gemeinsame Zeit miteinander zu verbringen, die nächsten Angehörigen zu sehen, sich möglichst viele ruhige Stunden zu gönnen, Einkehr zu halten und nachzudenken, wie das gerade endende Kalenderjahr verlaufen ist und mit welchen Erwartungen Sie das kommende Jahr beginnen wollen. Jeder Streit, den Sie mit Ihrem Ehepartner oder Ihren Kindern oder sonstigen Angehörigen vom Zaun brechen oder sich darauf einlassen, stört diese Chancen gewaltig. Soweit Sie mit diesen Erwartungen Weihnachten betrachten, sollten Sie aber auch berücksichtigen, dass Sie mithin auch auf Ihre Angehörigen angewiesen sind, dass alles so verläuft, wie Sie es sich vorgestellt haben. Zu einem geruhsamen, friedvollen und fröhlichen Weihnachtsfest muss jeder seinen Beitrag leisten. Berücksichtigen Sie aber auch, dass jeder Angehörige nur im Rahmen seiner Möglichkeiten fähig ist, zum Gelingen des Weihnachtsfestes beizutragen.

Welche Erwartungen verbinden Sie mit Weihnachten?

Sie sollten jedenfalls nicht erwarten, dass an Weihnachten wirklich alles Friede, Freude und Eierkuchen ist. Überfordern Sie sich nicht selbst und erst recht nicht Ihre Angehörigen. Sie können Weihnachten betrachten und empfinden, wie Sie wollen. Wenn Ihr Partner andere Vorstellung von Weihnachten hat, sollten Sie diese respektieren und nicht versuchen, ihn oder sie von Ihren Vorstellungen zu überzeugen. Spielen Sie nicht die Übermutter oder den Übervater, die oder der alles überblicken muss und dem oder der sich alles unterordnen muss. Bedenken Sie, dass Ihre Beziehung darauf aufbaut, dass jeder den anderen so sieht wie er ist und nicht versucht, ihn als erwachsenen Menschen im eigenen Sinne zu erzielen. Erwachsene lassen sich nicht mehr erziehen.

Hilfreich ist, wenn Partner aufeinander zugehen. Möchten Sie am Heiligen Abend den Gottesdienst besuchen, sollte der Partner bereit sein, Sie zu begleiten, auch wenn er selbst nicht gläubig oder religiös ist. Erwarten Sie, an Weihnachten reich beschenkt zu werden, sollten Sie nicht enttäuscht sein, wenn Ihr Partner Geschenke und den damit verbundenen Einkauf als Last oder Konsumzwang empfindet. Möchten Sie unter dem Weihnachtsbaum besinnliche Lieder singen, sollten Sie nicht erwarten, dass Ihre Angehörigen gleichermaßen die Stimme erheben. Jeder hat eigene Fähigkeiten, eigene Schwächen und Unzulänglichkeiten. Versuchen Sie nicht, Ihre Angehörigen zu etwas zu zwingen oder von etwas zu überzeugen, das diese so nicht wollen oder verstehen. Wenn Sie also Ihre Erwartungen den Realitäten anpassen, sollten Sie einen Weg finden, den Sie gemeinsam mit Ihren Angehörigen friedfertig und einvernehmlich gehen können.

Wie halten Sie es mit Eltern und Schwiegereltern?

Viele Familien wollen Weihnachten in trauter Zweisamkeit und, wenn Kinder da sind, gemeinsam mit den Kindern verbringen. Eltern, Großeltern und Schwiegereltern werden dann mancherorts als Störfaktoren empfunden. Sofern Sie mit Ihren Eltern oder Schwiegereltern ein vernünftiges Verhältnis pflegen, sollten Sie berücksichtigen, dass diese Angehörigen möglicherweise an Weihnachten alleine sind und ein großes Bedürfnis haben könnten, wenigstens am Heiligen Abend gemeinsam mit der Familie verbringen zu dürfen. Sie sollten diesen Wunsch nicht einfach ignorieren und bereit sein, Ihre eigenen Interessen vielleicht etwas zurückzustellen. Eine Großfamilie kann etwas sehr Schönes sein, vor allem natürlich dann, wenn alle Angehörigen sich als Familie empfinden und bereit sind, einander beizustehen. Gemeinsam erlebte Erfahrungen und Familiengeschichten sind wertvollste Erinnerungen, die es zu bewahren gilt.

Welche Rolle sollte ich meinen Schwiegereltern zugestehen?

Als Schwiegertochter oder als Schwiegersohn müssen Sie bereit sein, eventuelle Marotten Ihrer Schwiegereltern zu dulden und notfalls zu ertragen. Wenn Sie gegen den Besuch der Schwiegereltern Einspruch einlegen oder bei deren Besuch ständig herumnörgeln, riskieren Sie, dass Ihr Ehepartner Sie als den Störfaktor empfindet, der nicht fähig ist, Zugeständnisse zu machen und Kompromisse zu akzeptieren. Weihnachten kann dann sehr anstrengend werden. Ihr Ehepartner sitzt zwischen den Stühlen. Er will Sie als den Partner nicht verletzen und muss andererseits den eigenen Eltern gerecht werden. Sie können dann nicht erwarten oder verlangen, dass der Ehepartner sich für eine Seite entscheidet. Vermeiden Sie unbedingt diesen Gewissenskonflikt. Es könnte zudem darauf hinauslaufen, dass die Schwiegereltern das eigene Kind darin bestärken, dass Sie nicht der richtige Ehepartner sind und nur die Trennung die Lösung Ihrer ehelichen Probleme sein kann.

Akzeptieren Sie, wenn es nicht so läuft, wie es laufen sollte

Weihnachten wird oft minutiös geplant. Läuft es dann nicht so, wie es laufen sollte, entsteht ein großes Konfliktpotenzial. Allein schon die Vorbereitungszeit wird vielfach als anstrengend empfunden. Weihnachten und insbesondere der Heilige Abend sollen dann die Krönung aller Anstrengungen darstellen. Brennt der Weihnachtsbraten in der Röhre an oder fällt der Weihnachtsbaum um, sollte allein deshalb die Stimmung nicht gleich gleichfalls anbrennen oder kippen.

Akzeptieren Sie, dass nichts perfekt ist, auch wenn Sie alles unternommen haben, dass alles nach Plan verläuft. Akzeptieren Sie vor allem, dass Ihre Angehörigen nicht unbedingt so funktionieren, wie Sie es erwarten. Vermeiden Sie, dass eine Stresssituation entsteht, in der alle nur noch genervt sind und jede Ansprache als Provokation empfinden. Wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, sollten Sie gemeinsam darangehen, das Beste daraus zu machen. Gerade dann, wenn etwas passiert, kann der Partner derjenige sein, der Sie aufrichtet und mit dem Sie gemeinsam das Problem abarbeiten.

Ist Streit an Weihnachten ein Trennungsgrund?

Verläuft der Konflikt an Weihnachten so heftig, dass der Partner die Wohnung verlässt oder gar die Trennung ankündigt, dürfte wohl kaum Weihnachten allein Grund für den Gefühlsausbruch sein. Vielmehr dürfte der Streit an Weihnachten der Tropfen gewesen sein, der das Fass zum Überlaufen brachte. Schwelt der Streit bereits länger, könnte Weihnachten aber auch die Chance bieten, dass Sie in der Ruhe der Feiertage wieder zueinander finden und Weihnachten als eine Zeit betrachten, in der Sie Ihre Gemeinsamkeiten neu entdecken, sich an vielleicht viele schöne Jahre erinnern und Ihre Familie als den Hort empfinden, in dem Sie sich wohl und geborgen fühlen. Ihr Streit sollte dann verblassen.

Gönnen Sie sich auch eine Auszeit an Weihnachten

Weihnachten sollte kein Hindernislauf sein. Auch wenn Familienbesuch ansteht, sollten Sie sich den Freiraum schaffen, sich eine Auszeit zu gönnen. Vielleicht verbringen Sie diese Auszeit mit Ihrem Partner. Wenn Sie sich gegenseitig darin unterstützen, sich diesen Freiraum zu ermöglichen, beseitigen Sie viel Streitpotenzial. Sie fahren Ihren Puls auf normal herunter und haben die Chance, die Feiertage als das zu verstehen, was sie sind oder sein sollen, nämlich ein Fest der Besinnlichkeit. Nicht umsonst heißt es im Lied: „Stille Nacht, heilige Nacht“. Wenn Sie dieses Motto beherzigen, schaffen Sie mental die Voraussetzung, Weihnachten genau nach dieser Erwartung zu gestalten.

Wir wünschen Ihnen gemeinsame frohe Weihnachten.

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