Alle wichtigen Infos: Scheidung, Trennung und Unterhalt

Sie wollen sich nicht nur trennen, sondern auch scheiden lassen? Hier finden Sie eine kurze Übersicht über alle wichtigen Infos zu Scheidung, Trennung und Unterhalt.

Das Trennungsjahr

Die Ehe und die Familie gelten als besonders schützenswert, daher ist es vor der Scheidung einer Ehe in den meisten Fällen erforderlich, eine gewisse Trennungszeit einzuhalten. Üblicherweise beträgt diese Trennungszeit ein Jahr, bei Gewalt in der Ehe kann sie aber beispielsweise stark verkürzt werden, so dass auch eine sofortige Scheidung ohne Trennungszeit möglich wird.

Möchte sich hingegen nur einer der Ehepartner scheiden lassen und der andere stimmt der Scheidung nicht zu, kann sich die Trennungszeit auf bis zu drei Jahre verlängern.

Die Trennungszeit beginnt mit dem Zeitpunkt, zu dem einer der Ehepartner dem anderen gegenüber klar und unmissverständlich seinen Willen zur Trennung äußert. Da der Trennungszeitpunkt für den Trennungsunterhalt aber auch für die Steuerklassen während des Trennungsjahrs relevant ist, ist es sinnvoll, den Trennungszeitpunkt schriftlich niederzulegen und das Schriftstück von beiden Ehepartnern unterzeichnen zu lassen. Weigert sich einer der Ehepartner, seine Unterschrift zu leisten, kann die Trennungsabsicht auch vor Zeugen geäußert werden. Zwar reicht eigentlich das übereinstimmende Zeugnis beider Ehepartner darüber, wann die Trennung stattgefunden hat, kommt es im Verlauf der Trennung jedoch zu Streitigkeiten oder einem Rosenkrieg, kann es nicht schaden, etwas Schriftliches in der Hand zu haben.

Das Verhalten der getrennten Eheleute während der Trennungszeit muss bestimmten, vom Gesetzgeber festgelegten Kriterien entsprechen. So ist es zwar nicht unbedingt erforderlich, dass sich die getrennten Ehepartner auch räumlich trennen, doch es muss eine klare Trennung von Tisch und Bett erfolgen. Das heißt, wenn es beispielsweise wirtschaftlich nicht anders möglich ist, können die Ehepartner die Trennungszeit in der ehelichen Wohnung verbringen. Es muss jedoch jeder ein eigenes Schlafzimmer haben und es darf kein gemeinsamer Haushalt geführt werden. Dazu gehören getrennte Kassen, keine gemeinsamen Einkäufe, keine gemeinsamen Mahlzeiten oder Freizeitaktivitäten und keine gegenseitigen Gefälligkeiten wie Wäsche waschen oder Kochen.

Expertentipp:

Gelegentliche gemeinsame Mahlzeiten oder Unternehmungen zum Wohl der Kinder sind auch während des Trennungsjahrs erlaubt. Auch unterbricht ein kurzer Versöhnungsversuch nicht zwingend die Trennungszeit.

Eine weitere Besonderheit, die die getrennten Eheleute im Lauf des Trennungsjahrs im Blick behalten müssen, ist die Steuerklasse. Das steuerrechtliche Trennungsjahr bezeichnet anders als das familienrechtliche Trennungsjahr nur das Kalenderjahr, in dem die Trennung erfolgt ist. Das bedeutet, zum 1.1. des Folgejahrs fallen für die getrenntlebenden Ehepartner die günstigen Steuerklassen 3, 4 oder 5 weg und sie müssen in die Steuerklassen 1 (kinderlos) oder 2 (alleinerziehend) wechseln. Dieser Wechsel erfolgt jedoch nicht automatisch, sondern muss von mindestens einem der Ehepartner bei dem zuständigen Finanzamt unter Hinweis auf die erfolgte Trennung beantragt werden. Wird dies versäumt, kann es zu erheblichen Steuerrückforderungen und schlimmstenfalls auch zu strafrechtlichen Konsequenzen kommen.

Unterhalt

Beim Unterhalt muss klar zwischen dem Trennungsunterhalt und dem nachehelichen Ehegattenunterhalt einerseits und dem Kindesunterhalt andererseits unterschieden werden.

Der Trennungsunterhalt steht dem Ehepartner mit dem geringeren Verdienst während der Trennungszeit zu. Anders als der nacheheliche Ehegattenunterhalt ist er nicht an Bedingungen geknüpft. So muss der Ehepartner, der während der Ehe nicht gearbeitet hat, das auch nach der Trennung nicht tun, sondern hat einen Anspruch auf Trennungsunterhalt. Nach der Scheidung jedoch besteht der Grundsatz der Eigenverantwortung. Das heißt, keiner der beiden Partner kann sich mehr darauf verlassen, vom mittlerweile geschiedenen Ehepartner mitversorgt zu werden. Es besteht vielmehr die Pflicht für den unterhaltsberechtigten Ex-Partner, sich um eine Erwerbstätigkeit zu bemühen, mit der die Kosten für den Lebensunterhalt selbst getragen werden können. Jedoch gibt es dazu einige Einschränkungen. Werden minderjährige Kinder betreut oder sprechen das Alter oder gesundheitliche Gründe gegen die Aufnahme einer Arbeit, muss dem Ex-Partner beispielsweise Unterhalt gewährt werden. Diese sogenannten Unterhaltstatbestände sind im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt. Pauschal lässt sich nicht über die Ansprüche entscheiden, es kommt dabei immer sehr auf den Einzelfall an, daher ist es am besten, sich bei einem Rechtsanwalt zu informieren, ob und welche Unterhaltsansprüche nach einer Scheidung bestehen.

Ganz anders sieht es mit dem Kindesunterhalt aus. Dieser muss bis zur Volljährigkeit der Kinder an den Elternteil gezahlt werden, bei dem die Kinder leben. Die Höhe des Unterhalts richtet sich dabei nach dem Verdienst des unterhaltspflichtigen Elternteils und dem Alter des Kindes. Kommt der unterhaltspflichtige Elternteil seinen Unterhaltsverpflichtungen nicht nach, so kann der andere Elternteil diese im Namen der minderjährigen Kinder einklagen. Beim Jugendamt können Vorschusszahlungen beantragt werden, um finanzielle Engpässe durch ein Ausbleiben der Unterhaltszahlungen zu vermeiden. Auch wenn der Elternteil, bei dem die Kinder leben, eine neue eheähnliche Beziehung eingeht oder wieder heiratet, muss der andere Elternteil weiterhin unterhalt für die gemeinsamen Kinder zahlen. Adoptiert jedoch der neue Partner eines Elternteils ein unterhaltsberechtigtes Kind, so fallen die Unterhaltsansprüche weg. Gleichzeitig gehen aber alle Rechte, wie das Sorgerecht oder das Umgangsrecht verloren. Einer Adoption müssen immer beide Elternteile zustimmen.

Expertentipp:

Die Höhe der Unterhaltszahlungen lassen sich aus der sogenannten Düsseldorfer Tabelle entnehmen, die von den Gerichten zur Bestimmung der Unterhaltssätze herangezogen wird.

Zugewinngemeinschaft und Ehevertrag

Mit der Heirat wird automatisch eine Zugewinngemeinschaft gebildet, sofern nicht mit einem Ehevertrag etwas anderes beschlossen wird.

Auf der Grundlage der Zugewinngemeinschaft gehört jedem Ehegatten das, was er mit in die Ehe gebracht hat und was er während der Ehe angeschafft hat. Für gemeinsames Vermögen bedarf es einer vertraglich geregelten Miteigentümerschaft. Im Falle einer Scheidung wird das während der Ehe entstandene Vermögen im Rahmen der Zugewinngemeinschaft jedoch üblicherweise zu gleichen Teilen zwischen den Eheleuten aufgeteilt. Das sorgt in vielen Fällen für Streit, daher ist es durchaus hilfreich, auch in guten Zeiten bereits an eine Trennung zu denken und mit einem Ehevertrag für den Fall der Fälle vorzusorgen. Oft hat der Ehevertrag den negativen Beigeschmack, dass sich einer der Ehepartner dagegen absichern möchte, vorhandene Vermögenswerte mit dem anderen teilen zu müssen, so dass also im Fall einer Scheidung immer einer schlechter dasteht. Doch das sollte nicht der vorrangige Zweck eines Ehevertrags sein. Sinn und Zweck eines Ehevertrags ist es vielmehr, einvernehmliche Entscheidungen zu treffen und hinsichtlich der Eigentums- und Vermögensverhältnisse Klarheit zu schaffen. Ein Ehevertrag kann jederzeit geschlossen werden, er muss nicht bei der Eheschließung zustande kommen. Auch unmittelbar vor einer bevorstehenden Trennung kann der Ehevertrag noch geschlossen werden. Wichtig ist, dass der Vertrag auf jeden Fall notariell beglaubigt wird, sonst ist er nicht gültig. So kann viel Streit vermieden werden, der übrigens auch sehr teuer werden kann und der oft einzig den Zweck hat, den Partner zu verletzen oder sich dafür zu rächen, dass er die Beziehung beendet hat.

Vor allem was Immobilien angeht, können sich komplizierte und teure Streitigkeiten ergeben. Sind beide Partner im Grundbuch eingetragen und das ist meistens der Fall, gehört ihnen die Immobilie zu gleichen Teilen. Im Fall der Scheidung gibt es die Möglichkeit, die Immobilie entweder zu verkaufen und den Erlös zu teilen oder aber einer der beiden Ex-Partner kauft dem anderen seine Hälfte ab und wird damit alleiniger Eigentümer. Da gerade das gemeinsam bewohnte Eigenheim jedoch emotional oft sehr stark besetzt ist und viele Menschen beispielsweise um jeden Preis verhindern möchten, dass Fremde das Haus bewohnen oder gar der Ex-Partner mit seiner/m neuen Lebensgefährtin/ten in das gemeinsame Haus zieht, verweigern sie oft ihre Zustimmung dazu.

In dem Fall wird es kompliziert, denn ein Verkauf oder eine Auszahlung ist nur möglich, wenn beide Parteien zustimmen. Dem anderen Partner bleibt dann oft nur die Möglichkeit, einen Antrag auf Teilversteigerung zu stellen und den eigenen Anteil weit unter Wert zu versteigern.

Sorgerecht und Umgangsrecht

Kinder leiden fast immer sehr unter der Trennung der Eltern und auch bei den Eltern sind viele Ängste vorhanden, wenn es um das Thema Scheidung unter Kinder geht. Am größten ist die Angst, das Sorgerecht und den Kontakt zu den Kindern zu verlieren. Diese Ängste sind jedoch in der Regel unbegründet. Ein Elternpaar, das vor der Scheidung das gemeinsame Sorgerecht hatte, behält dies in aller Regel auch nach der Scheidung. Nur das Familiengericht kann ein alleiniges Sorgerecht für einen Elternteil aussprechen, wenn durch das gemeinsame Sorgerecht erhebliche Schäden für das Kindeswohl zu erwarten sind.

Ähnlich verhält es sich mit dem Umgangsrecht. Hier darf ein Elternteil dem anderen den Umgang nicht versagen. Es ist nur möglich, beim Gericht zu beantragen, dass das Umgangsrecht ausgesetzt wird. Auch diesem Antrag wird das Gericht nur dann stattgeben, wenn es eine Gefahr für das Kindeswohl sieht. Über die Dauer und Häufigkeit des Umgangs gibt es keine gesetzlichen Bestimmungen. Können sich die Eltern nicht allein einigen, wird das Gericht einen Umgang festsetzen. Wünschenswerter ist es jedoch, die Eltern schaffen es, sich selbst auf ein Umgangsrecht zu einigen und beziehen dabei auch die Wünsche der Kinder mit ein. Paare, die sich in gutem Einvernehmen getrennt haben, haben nach der Scheidung auch die Möglichkeit, sich für eine gemeinsame Elternschaft zu entscheiden. Dazu gibt es verschiedene Modelle, über die sich die Eltern beispielsweise bei Familienberatungen informieren können. Für die Kinder ist das meist die beste Lösung, vorausgesetzt die Eltern verstehen sich weiterhin gut.

Anwaltspflicht

Eine Scheidung ist nicht ohne Rechtsanwalt möglich. Trennt sich ein Paar in gutem Einvernehmen und sind die Partner in der Lage alle Fragen bezüglich des Unterhalts, der Vermögensaufteilung und des Umgangsrechts allein und ohne Streitigkeiten zu klären, so ist es möglich, nur einen gemeinsamen Rechtsanwalt mit der Vertretung der Interessen beider Ehepartner zu beauftragen. Sobald es jedoch Streit gibt und sich die Eheleute zu einem oder mehreren Punkten nicht einigen können, muss jeder seinen eigenen Anwalt mit der Wahrung seiner eigenen Interessen beauftragen.

Das Wichtigste noch einmal zusammengefasst:

  • Außer in Härtefällen wird eine Ehe erst nach einem Trennungsjahr geschieden
  • Das Trennungsjahr kann auch ohne räumliche Trennung in der ehelichen Wohnung verbracht werden
  • Während der Trennung steht dem Ehepartner mit dem geringeren Einkommen Trennungsunterhalt zu
  • Nach der Scheidung muss der nacheheliche Ehegattenunterhalt beantragt werden, der nach anderen Kriterien bewilligt wird als der Trennungsunterhalt
  • Ohne Ehevertrag gilt automatisch die Zugewinngemeinschaft
  • Für eine Scheidung ist immer ein Rechtsanwalt notwendig
  • Auch bei einer sogenannten Online Scheidung wird die Ehe vor dem Familiengericht geschieden
  • Im Normalfall bleibt das gemeinsame Sorgerecht für die Kinder auch nach der Scheidung bestehen
  • Kein Ehepartner darf dem anderen den Umgang mit den gemeinsamen Kindern verbieten

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