Trennungsgründe

Trennung nach dem Sommerurlaub

Montag, 29. Juni 2020, geschrieben von .

Trennung nach dem Sommerurlaub

Wie ge­lingt Ih­nen der Som­mer­ur­laub als Paar?

Auch wenn Sie mit den besten Absichten in den Sommerurlaub gehen, müssen Sie damit rechnen, dass sich der Urlaubsalltag mit Ihrem Ehepartner schwierig gestaltet. Der Grund ist immer der gleiche. Sie sind es einfach nicht gewohnt, so viel gemeinsame Zeit miteinander zu verbringen. Vielleicht stellen Sie fest, dass der Partner oder die Partnerin im Urlaubsalltag nicht die Person ist, die abends nach Hause kommt und nachts neben Ihnen im Bett liegt. Möchten Sie die Trennung nach dem Sommerurlaub vermeiden oder angemessen damit umgehen, sollten Sie sich vergegenwärtigen, wo die Risiken liegen.

Urlaub ist doch die schönste Zeit des Jahres, oder?

Es ist immer die Frage, mit welchen Erwartungen Sie in den Sommerurlaub starten. Angeblich soll für rund 20 % der deutschen Frauen und 24 % der deutschen Männer der gemeinsame Urlaub bereits einmal in eine Trennung gemündet haben (Umfrage myFlirt.de).

Urlaubszeit ist die Zeit, die man sich im Hinblick auf den langweiligen, stressigen oder durchgeplanten Lebensalltag in den schönsten Träumen ausmalt. Vielleicht planen Sie den Sommerurlaub als eine Zeit, die Sie unbeschwert, romantisch und mit neuer Leidenschaft erleben wollen.

Die Realität scheint jedoch für viele Paare eine andere zu sein. So soll das Trennungs- und Scheidungsbarometer nach der Rückkehr aus den Sommerferien besonders energisch nach oben ausschlagen. Insoweit scheint sich zu bewahrheiten, dass im Urlaub vieles an den Tag tritt, was im Lebensalltag im Verborgenen bleibt, seien es verdeckte Gefühle, unerfüllte Wünsche oder überzogene Erwartungen.

Die einen legen womöglich Wert darauf, Örtlichkeiten zu besichtigen, Gespräche zu führen und vielleicht so viel Zeit wie möglich miteinander zu verbringen. Andere definieren sich eher über Aktivitäten, haben trotz der Zeit wenig Interesse für Gespräche oder liegen schlicht auf der faulen Haut. Die Schwierigkeit, sich für irgendwelche Gemeinsamkeiten zu motivieren, liegt damit auf der Hand. Werden die Erwartungen dann gegenseitig nicht erfüllt, kehrt schnell der Frust ein. Wenn Sie auf diesem Frust dann ein Gespräch aufbauen wollen, werden Sie nicht viel erreichen.

Natürlich ist es nicht so, dass fehlende Gemeinsamkeiten oder der Frust über verdorbene Urlaubsfreuden gleich zur Trennung und Scheidung führen müssen. Kommt es zur Trennung nach den Sommerferien, dürften die dafür maßgeblichen Umstände ihre Ursache schon lange vor den Ferien gehabt haben. Es scheint sehr unwahrscheinlich, dass sich innerhalb von zwei oder drei Wochen Sommerurlaub so viel Frust, Enttäuschung, Missfallen und Abneigung zum Partner oder zur Partnerin aufbaut, dass sich daraus eine Trennung entwickelt. Wahrscheinlich betrachten Sie die Sommerferien dann als eine Reparaturmaßnahme, in der Sie Ihre brüchig gewordene eheliche Beziehung reparieren wollen. Dann tritt der Erholungszweck ohnehin in den Hintergrund.

Lassen Sie es ruhig angehen

Wenn Sie den Sommerurlaub wirklich als Urlaub verstehen wollen, sollten Sie Ihre Gemütslage auch auf Urlaub einstellen. Wenn der Partner Erwartungen äußert, sollten Sie zuhören. Verzichten Sie darauf, gleich Ihren Kommentar dazu abzugeben, vor allem, wenn Ihr Kommentar nicht dem entspricht, was der Partner äußert. Wer zuhört, eröffnet sich die Chance, sich in aller Ruhe Gedanken darüber zu machen, was der Partner gesagt hat. Vielleicht ergeben sich daraus Erkenntnisse, die sich nicht ergeben hätten, wenn Sie sofort reagiert hätten. Wenn Sie eine Nacht darüber schlafen, könnte es sein, dass Sie Ihr Leben und die Welt um sich herum am nächsten Tag ganz anders sehen.

Sehen Sie Ihre Erwartungen realistisch

Gehen Sie mit überzogenen Erwartungen in den Sommerurlaub, wird die Enttäuschung umso größer sein, wenn sich Ihre Erwartungen nicht erfüllen. Ihr Urlaub sollte kein Risikourlaub sein. Erwarten Sie also nicht, dass Ihr Partner oder Ihre Partnerin alles akzeptiert und auf alles eingeht, was Sie vorschlagen. Respektieren Sie, dass auch der Partner Urlaubserwartungen hat. Ihre Aufgabe muss beiderseits darin bestehen, diese Erwartungen auf einen gemeinsamen Nenner zu führen.

Möchten Sie also beispielsweise von morgens bis abends in der Sonne am Strand liegen, dürfen Sie nicht bedingungslos erwarten, dass der Partner oder die Partnerin gleichermaßen daneben liegt. Vielleicht hat der Partner ganz andere Interessen. Es wäre dann angemessen, wenn Sie Ihre unterschiedlichen Interessen gleichermaßen berücksichtigen und bereit sind, jeweils das eigene Interesse zurückzustellen. So kommt jeder auf seine Kosten.

Genauso wenig dürfen Sie erwarten, dass sich der Partner bedingungslos auf Ihre Aktivitäten einlässt und Sie pausenlos begleitet, wenn Sie Märkte, Museen, Kirchen oder sonst was besichtigen wollen. Vielleicht braucht der Partner oder die Partnerin genau die Ruhe, die der Sommerurlaub bietet. Verhindern Sie mit Ihrem Wunsch nach Aktivitäten das Ruhebedürfnis, fordern Sie Widerstand heraus.

Lassen Sie Nähe zu, respektieren aber auch den Abstand

Im Urlaub sind Sie sich so nah, wie es im Alltag kaum möglich ist. Sie müssen diese Nähe aber auch zulassen. Wahrscheinlich wünscht Ihr Partner diese Nähe. Es wäre dann nicht sehr kontraproduktiv, wenn Sie den Wunsch nach Nähe kompromisslos und eigensüchtig zurückweisen. Schließlich lebt eine gute Beziehung davon, dass die Partner aufeinander eingehen und sich als Partner verstehen. Tun Sie dies nicht, ist der Partner an sich ein austauschbares Subjekt. Dann könnten Sie Ihren Sommerurlaub auch alleine verbringen.

Umgekehrt sollten Sie auch respektieren, dass der Partner oder die Partnerin einen gewissen Abstand braucht. Nicht jeder hat die Geduld und die Fähigkeit, 24 Stunden gemeinsam zu verbringen. An sich braucht jeder Mensch einen gewissen Abstand zum Partner. Bekundet der Partner den Wunsch nach Abstand, sollten Sie sich nicht aufdrängen und erwarten, dass der Partner auf eigene Interessen verzichtet. Also: Ihr Sommerurlaub kann ein toller Urlaub werden, wenn Sie nicht die Erwartung haben, täglich 24 Stunden gemeinsam verbringen zu wollen. Gerade dann, wenn jeder Partner eigene Erlebnisse im Urlaub hat, ergibt sich daraus Gesprächsstoff, der im gemeinsamen Gespräch Sympathien schafft.

Berücksichtigen Sie, dass Urlaubszeit auch eine Auszeit sein soll, in der sich jeder Partner davon erholen kann, was ihn im Alltag bedrückt und belastet. Wenn Sie dem Partner diesen Freiraum nicht erlauben, fühlt er oder sie sich vielleicht in dem gleichen Gefängnis, das er bzw. sie im Alltag empfindet.

Wie kann es nach dem Sommerurlaub weitergehen?

Erweist sich der Sommerurlaub als emotionale Katastrophe, kann die Trennung unausweichlich sein. Geben Sie Ihrer Beziehung trotzdem noch eine Chance, könnten Sie sich eine Zeit lang trennen und danach, wenn sich die Gemüter wieder beruhigt haben, einen Versöhnungsversuch starten. Eine Trennung, die sich in den Sommerferien ergeben hat, kann Gründe haben, die sich bei nüchterner Betrachtungsweise als weniger schwerwiegend herausstellen. Um zu dieser Erkenntnis zu gelangen, brauchen Sie möglicherweise Zeit. Bestätigt sich ihre Einschätzung, können Sie die endgültige Trennung immer noch vollziehen.

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