Trennung und (Neue) Medien

Trennung wegen Tinder

Montag, 22. März 2021, geschrieben von .

Trennung wegen Tinder

Das digitale Kennenlernen wird immer wichtiger. In Deutschland gehen rund 10,5% der Bevölkerung Online-Dating nach. Gerade zu Corona-Zeiten greifen viele junge Erwachsene dabei auf Tinder zurück. Ob man auf der Suche nach einer Beziehung ist oder nach etwas Lockerem sucht, spielt dabei keine Rolle. Die Benutzung von Dating-Apps kann sich jedoch auch negativ auf eine Beziehung auswirken. Laut einer Statistik ist jeder dritte Tinder-Nutzer verheiratet. Wo sind nun die Grenzen in einer Beziehung, wenn der andere tindert? Und auf welche Warnsignale sollte man beim Partner achten, um sich als Paar nicht zu verlieren?

Tin­der, die Da­ting-App jun­ger Er­wach­se­ner

Tinder gibt es seit 2012 und ist eine kommerzielle Mobile-Dating-App, die von der InterActiveCorp entwickelt  wurde. Sie gehört seit Beginn zu den bekanntesten Dating-Apps der Jugend. Dort kann man seine große Liebe finden, aber auch unverbindliche Bekanntschaften machen, die nur auf eine bestimmte Sache hinauslaufen sollen. In Deutschland gab es alleine im Februar 2021 über eine halbe Million Downloads der App.

Wenn man von Tinder spricht, verbindet man damit das klassische „Swipen“.  Es gibt zwei Swipe Optionen:

  • ein „Rechtsswipe“ heißt, dass einem die Person gefällt
  • ein „Linksswipe“ bedeutet, dass einem die Person nicht zusagt und man sie nicht kennenlernen möchte

Wenn sich nun beide Personen gegenseitig einen Rechtsswipe gegeben haben, entsteht daraus ein „Match“. Mit einem solchen Kontakt hat man die Möglichkeit  einen Chat zu beginnen. Wenn man kein Match hat, kann man einem User nicht schreiben, sodass man keine Nachrichten von Personen bekommt, die man nicht kennenlernen möchte.

Tin­der wäh­rend ei­ner Be­zie­hung nut­zen

Eine Dating-App hat viele Vorteile, jedoch eher dann, wenn man sich gerade nicht in einer Beziehung befindet. Durch die Benutzung einer Dating-App während der Beziehung kann vieles kaputt gehen. Oft stellt sich dann die Frage, ob man noch zusammen bleiben soll oder ob die Trennung die beste Option wäre, wenn es zu Vertrauensverlusten kommt.

WIE STEHT DER PARTNER ZU TINDER?

Wenn man sich als Paar vielleicht über Tinder kennengelernt hat, sollte man auf jeden Fall auch darüber reden, wie der Partner heute zu diesem Netzwerk steht und welche Erfahrungen er oder sie mit Tinder gemacht hat. Des Weiteren sollte man ein Gespräch darüber führen, was für Absichten der Partner mit Tinder verfolgte und ob er bzw. sie Tinder aktiv und regelmäßig benutzte. In dem Gespräch kann man dann natürlich auch fragen, ob die App noch installiert ist, bzw. ob der Partner noch Kontakt zu Personen pflegt, die er über die App kennengelernt hat.

DAS OFFENE HANDY FÜHRT ZUR ANGST BEIM PARTNER

Kann man schon vom Fremdgehen sprechen, wenn der Partner während der Beziehung auf Tinder unterwegs ist? Fremdgehen ist immer Ansichtssache und wird subjektiv  betrachtet. Das Benutzen einer Dating-App während einer Beziehung  wird oft als Micro Cheating betitelt. Der offene WhatsApp- oder Snapchat-Verlauf des Partners löst oft Angst aus, da man nicht etwas entdecken möchte, was einem weh tun könnte. Bereits nur versteckte Nachrichten können schon zu Vertrauensverlust beim Partner führen.

Über Tinder reden oder lieber schweigen?

Offen und ehrlich über alles reden zu können und keine Geheimnisse vor dem anderen zu haben, ist der Schlüssel zu einer guten Partnerschaft. Darf man jedoch nicht auf das Handy des Partners schauen, weckt das Misstrauen.  Wichtig ist es, den Partner darauf anzusprechen, wieso das ein Problem darstellt. Spricht man den Partner nicht darauf an, entsteht mögliches Streitpotential, da der eine dem anderen die Vorwürfe im Stillen macht. Wenn man bereits ungewollt gesehen hat, dass die App Tinder noch auf dem Handy des anderen installiert ist, sollte man auch hier direkt drüber reden, um eventuelle Missverständnisse aus dem Weg zu schaffen.

Part­ner un­ge­wollt we­gen Tin­der kon­trol­lie­ren

In einer gesunden Beziehung sollte es nicht notwendig sein, dass man den Partner kontrollieren muss. Kommen jedoch Zweifel und das Gefühl auf, dass einem etwas verheimlicht wird, hat man das Verlangen, seine Zweifel zu überprüfen.

Hier gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Entweder man spricht den Partner ehrlich darauf an und verlangt eine Erklärung
  • oder man versucht selbst herauszufinden, worin das Problem liegt.

Um richtig zu reagieren, kommunizieren Sie zuerst und geben Sie Ihrem Partner eine Chance, sich zu erklären. Kommt er oder sie dem nicht nach, ist es schwierig, dem Partner richtig vertrauen zu können. Vertrauen ist die Basis einer jeden Beziehung. 

Es gibt mehrere Möglichkeiten zu kontrollieren, ob der Partner noch aktiv tindert oder die App auf dem Handy installiert hat. Man kann Freunde fragen, die in der Nähe wohnen und die App benutzen, ob sie bei einer Onlinesuche im Umkreis zufällig das Profil des Partners finden. Das dürfte jedoch einige peinliche Fragen aufwerfen.

Daher könnten Sie zunächst selbst der Sache auf den Grund gehen. Man sollte den Partner jedoch erst fragen, ob man die Apps auf seinem Handy sehen darf, wenn die Suche vorher kein Ergebnis erzielt hat.

Kann man verlangen, dass der Partner Tinder löscht?

Es könnte natürlich passieren, dass der Partner Ihnen zeigt, dass die App inaktiv ist und gar keine Anmeldung erfolgt ist. Zugleich kann eine App jedoch jederzeit mit 2 Klicks wieder zurück aus dem Store aufs Handy geladen werden. Die Lösung kommt hier, wie bei so vielen Dingen, über ein gerüttelt Maß an gegenseitigem Vertrauen. Entweder Sie geben nichts auf den Verdacht, weil Sie zufrieden sind mit sich, oder Sie stellen Nachforschungen an. Dann aber disharmonierte Ihre Beziehung wahrscheinlich schon vorher, und die Kontrolle in Bezug auf Tinder ist nur der Anlass für eine größere Fehde. Lassen Sie es besser gar nicht erst dazu kommen!

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