Trennung und Neubeginn

Wann sollte man zusammenziehen?

Donnerstag, 21. Juli 2022, geschrieben von .

Wann sollte man zusammenziehen?

Oft erscheint die erste gemeinsame Wohnung als das Ziel aller Träume. Es kann gar nicht schnell genug gehen. Andere scheuen sich, die gewohnte Eigenständigkeit aufzugeben und sich in ein gemeinsames Leben einzuordnen. Möchten Sie zusammenziehen, empfiehlt sich, den Selbsttest zu machen, ob Sie denn wirklich bereit sind und sich in der Lage sehen, den Partner an Ihrer Seite auch im Alltag zu begleiten und sich selbst begleiten zu lassen. Welche 5 Zeichen deuten darauf hin, dass Sie für diesen Schritt bereit sind? Welche 5 Zeichen sind Warnsignale, dass Sie vorab noch einiges klären sollten?

Ers­te ge­mein­sa­me Woh­nung als Ver­trau­ens­be­weis und Her­aus­for­de­rung

Ziehen Sie in einer gemeinsamen Wohnung zusammen, dürfen Sie über alle Träume hinweg trotzdem keine überzogenen Erwartungen hegen. Vor allem, wenn Sie bislang als Single gelebt haben, kann eine gemeinsame Wohnung eine Herausforderung darstellen. Sie werden einiges akzeptieren müssen, was Ihnen vielleicht schwerfällt. Umgekehrt gilt das Gleiche natürlich für den Partner oder die Partnerin. Alles in allem ist der Alltag in einer gemeinsamen Wohnung zumindest anfangs meist eine Herausforderung. Bestenfalls entschärft die Routine, was anfangs stört.

Zugleich ist es ein Vertrauensbeweis, wenn Sie sich selbst zutrauen und dem Partner vertrauen, dass das Zusammenleben in einer gemeinsamen Wohnung funktioniert. Die erste Wohnung sollte nicht unbedingt einen Beziehungstest darstellen, bei dem Sie im Ergebnis feststellen, dass es schwierig ist, auf engem Raum miteinander klar zu kommen. Besser ist, wenn Sie sich einigermaßen sicher sind, dass Sie sich auf das Leben in einer gemeinsamen Wohnung einlassen können. Ein Zusammenziehen auf Probe ist keine gute Option. Scheitern Sie, dürfte Ihre Beziehung ein Ende finden. Außerdem riskieren Sie finanzielle und organisatorische Nachteile.

Ziehen Sie also zu früh zusammen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Ihre Beziehung scheitert. Und was wird dann aus der frisch gemeinsam bezogenen Wohnung? Besser ist, wenn Sie nichts überstürzen und sich allmählich auf ein gemeinsames Leben vorbereiten. Gute Planung ist dafür die beste Voraussetzung. Es ist, als würden Sie Puzzleteile zusammenfügen. Setzen Sie Ihr gemeinsames Leben Teil für Teil zusammen. Am Ende passt alles hoffentlich zusammen.

5 An­zei­chen, dass Sie be­reit sind

Hören Sie auf Ihr Gefühl, letztlich können nur Sie wissen, ob Sie wirklich bereit sind. Folgende 7 Faktoren sind jedoch gute Zeichen, dass Sie bereit für die erste gemeinsame Wohnung sind:

Gutes Zeichen Nr. 1: Besuche reichen Ihnen nicht (mehr)

Sie kennen sich schon lange (genug) und haben es leid, den Partner oder die Partnerin nur auf Verabredung zu treffen. Sie haben den Wunsch, den Partner beständig an Ihrer Seite zu haben und möchten die Beziehung auch im Blick auf eine gemeinsame Wohnung bekräftigen. Sie betrachten die gemeinsame Wohnung als die logische Konsequenz Ihrer Beziehung. Eine Partnerschaft bedeutet für Sie, auch gemeinsam in den eigenen vier Wänden zu leben. Vor allem, wenn Sie in einer großen Entfernung voneinander leben, sind Sie es vielleicht leid, sich ständig verabreden und dafür einen hohen Zeitaufwand in Kauf nehmen zu müssen.

Gutes Zeichen Nr. 2: Urlaub als gemeinsames Wohnen auf Probe gelingt

Waren Sie gemeinsam im Urlaub und wohnten im Hotelzimmer oder in einer Ferienwohnung auf engem Raum zusammen, haben Sie vielleicht festgestellt, dass Sie bestens miteinander auskommen. Wenn sich daraus die Vorstellung und der Wunsch ergibt, dass Sie diese Gemeinsamkeit auch in einer gemeinsamen Wohnung fortsetzen, sind Sie auf einem guten Weg. Ungeachtet dessen ist zu beherzigen, dass das Leben in einer eigenen Wohnung trotzdem etwas anderes ist als der Aufenthalt im Hotel. Im Hotel werden Sie bedient, zu Hause müssen Sie alles selber machen.

Gutes Zeichen Nr. 3: Sie wohnen quasi bereits zusammen

Verbringen Sie Tage und Nächte in der Wohnung des Partners oder umgekehrt, offenbaren sich oft menschliche Schwächen. Einige davon sind problemlos zu akzeptieren, vielleicht sogar menschlich sympathisch, andere nerven. Stellt sich der Partner als Messi heraus, während Sie von einem Ordnungsfimmel beseelt sind, könnte es schwierig werden. Sind Sie jedoch miteinander klargekommen, sollte auch die gemeinsame Wohnung funktionieren. Lebt der Partner mit Hund oder Katze zusammen und sind Sie allergisch auf Tiere, kann es nicht nur rein faktisch ein Problem darstellen, in die Wohnung des Partners einzuziehen oder den Partner mit Hund und Katze bei sich aufzunehmen. Soweit Sie nicht darauf bestehen, dass der Partner das Haustier ins Tierheim gibt und Ihre Allergie im Griff haben oder in Kauf nehmen, steht einer gemeinsamen Wohnung nichts im Weg.

Gutes Zeichen Nr. 4: Sie sind kompromissbereit

In Ihrer Wohnung konnten Sie tun und lassen, was Sie wollten. Sind Sie bereit,

  • aufgrund der Vorhaltungen des Partners Ihre Socken nicht mehr herumliegen zu lassen,
  • das Kaffeegeschirr regelmäßig abzuwaschen,
  • den Müll wegzutragen
  • oder das Radio nicht zu laut aufzudrehen,

scheinen Sie bereit, auf den Partner die gebotene Rücksicht zu nehmen. Das „bisschen Haushalt“ muss schließlich gemanagt werden.

Gutes Zeichen Nr. 5: Sie haben als Paar Ihre Finanzen im Griff

Im Idealfall stehen Sie mit beiden Beinen fest im Leben und haben eine klare miteinander vereinbare Vorstellung, was Sie anstreben und wie Sie Finanzen und Haushalt in der Partnerschaft aufteilen möchten. Ob Sie verheiratet sind oder (noch) nicht – leben Sie zusammen, müssen Sie einen Weg finden, gemeinsam das Leben und die anfallenden Rechnungen zu stemmen. Sei es für die Einrichtung der Wohnung und mögliche Neuanschaffungen oder laufende Kosten für Miete, Strom und Lebensmitteleinkäufe. Ist von Anfang an klar, was beide erwarten und bereit sind zu geben, entfallen so manche häufigen Streitpunkte und Sie können Ihre gemeinsame Wohnung entspannter genießen.

5 An­zei­chen, dass Sie nicht be­reit sind

Jedes Paar erlebt in der Beziehung Höhen und Tiefen und muss an seiner Kommunikation arbeiten. Lassen Sie sich daher nicht verunsichern, wenn ein oder mehrere Zeichen der folgenden Liste auf Sie zutreffen. Wenn Sie erkennen, welche Hürden es (noch) geben könnte, können Sie gezielt daran arbeiten und vielleicht sogar als Paar gestärkt werden.

 

Schlechtes Zeichen Nr. 1: Sie möchten Ihre Wohnung keinesfalls aufgeben

Eine gemeinsame Wohnung setzt voraus, dass Sie sich auf eine solche auch einigen. Fühlen Sie sich in Ihrer Wohnung so wohl, dass Sie diese nie im Leben verlassen wollen, riskieren Sie Streit, wenn der Partner seinerseits auf der eigenen Wohnung besteht oder Sie zum Einzug in eine andere gemeinsame Wohnung bewegen möchte.

Schlechtes Zeichen Nr. 2: Eine(r) weiß alles besser

Hat eine Person das Bedürfnis, den Partner immer wieder belehren oder korrigieren zu wollen, könnte es schwierig sein, als Besserwisser in einer Partnerschaft zu bestehen. Kommunizieren Sie lieber auf Augenhöhe und zeigen sich kompromissbereit.

Schlechtes Zeichen Nr. 3: Sie streiten sich wegen Kleinigkeiten

Gibt es auch bei scheinbaren Nebensächlichkeiten oft Spannungen und Auseinandersetzungen, dürfte es schwierig werden, in einer gemeinsamen Wohnung zusammenzuleben. Da Sie vielerlei Kompromisse schließen müssen, riskieren Sie, dass Ihre Partnerschaft an den Belastungen des alltäglichen Lebens scheitert. Diese Kleinigkeiten sollten Sie keineswegs unterschätzen. Oft sind es nämlich genau die Kleinigkeiten, mit denen sich die Partner in der Beziehung das Leben schwer machen.

Schlechtes Zeichen Nr. 4: Sie arbeiten nicht als Team zusammen

Eine Wohnung muss unterhalten werden. Es genügt meist nicht, einfach nur darin wohnen zu wollen. Sie brauchen das Engagement, im Hinblick auf die Rücksichtnahme auf den Partner Ihre Sachen wegzuräumen, die Wohnung sauber zu halten und sich an sonstigen Haushaltsleistungen angemessen zu beteiligen.

Ist es so, dass Sie Ihre Interessen immer in den Vordergrund stellen und sich weigern Kompromisse einzugehen, wird Ihre Partnerschaft schnell an Grenzen stoßen. Gerade in einer gemeinsamen Wohnung geht es nicht ohne gegenseitige Rücksichtnahme.

Schlechtes Zeichen Nr. 5: Sie scheuen das finanzielle Risiko

Eine gemeinsame Wohnung kann auch mit der Eheschließung einhergehen. Scheuen Sie die mit dem potentiellen Risiko einer Scheidung verbundenen finanziellen Schwierigkeiten, könnte es sein, dass Sie noch nicht innerlich bereit sind, Ihr Leben in diese Richtung einzunorden. Ein Ausweg könnte darin bestehen, dass Sie von vornherein einen Ehevertrag dokumentieren, in dem für den Fall einer Trennung und Scheidung die gegenseitigen Rechte und Pflichten dokumentiert werden. Bleiben Sie (vorerst) unverheiratet, könnte sich auch ein Partnerschaftsvertrag für Unverheiratete anbieten.

Al­les in al­lem

Partnerschaft in der Beziehung bedeutet, dass die angemessene Rücksichtnahme auf die Belange und Interessen des Partners unabdingbare Voraussetzung ist, dass Sie in einer gemeinsamen Wohnung zurechtkommen. Nur dann, wenn Sie wirklich bereit sind, sich einzubinden, macht es Sinn, zusammenzuziehen.

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