Hält das Schweigen über einen längeren Zeitraum an, empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:
- Bleiben Sie ruhig. Es ist verständlich, wenn Sie sich traurig oder verzweifelt fühlen oder gar selber wütend werden. Machen Sie sich klar, was gerade passiert und dass Sie Ruhe bewahren müssen, um die Situation zu entschärfen und sich selber nicht weiter zu schaden.
- Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Partner. Teilen Sie Ihrem Partner mit, dass Sie das Gespräch als wichtig empfingen und Sie deshalb darüber sprechen wollen. Versuchen Sie, während des Gespräches ruhig und gelassen zu bleiben, und lassen Sie sich nicht von Ihren Gefühlen leiten. Wählen Sie auch einen Zeitpunkt, an dem Sie und Ihr Partner Zeit haben. Nutzen Sie vor der Konfrontation die Zeit und den Raum, sich auf das Gespräch vorzubereiten, und über Ihre Gedanken und Gefühle klar zu werden.
- Sagen Sie Ihrem Partner, dass beharrliches Schweigen Gift für die Beziehung ist. Anschweigen ist eine Form des emotionalen Missbrauchs und kann sogar zu Selbstwahrnehmungsstörungen führen. Es hinterlässt zwar keine sichtbaren Spuren, hat aber dennoch weitreichende Folgen. Konfrontieren Sie Ihren Partner und machen Sie ihr bzw. ihm deutlich, wie Sie sich fühlen und welche Form der Konfliktlösung Sie sich stattdessen wünschen. Es ist oftmals hilfreich, in Ich-Botschaften zu kommunizieren, sodass der Partner das Gespräch nicht sofort abwehrt und sich in eine ablehnende Haltung begibt.
- Zeigen Sie Ihrem Partner Ihre Grenzen. Wichtig ist, dass Sie Ihrem Partner deutlich mitteilen, ab wann für Sie die „emotionalen“ Grenzen erreicht sind. Teilen Sie ihr bzw. ihm mit, was Sie in der Beziehung nicht tolerieren, stört oder verärgert. Erklären Sie, was das Schweigen in Ihnen auslöst, inwieweit die fehlende Kommunikation zwischen Ihnen die Probleme nicht lösen wird, und wie Sie sich dabei fühlen. Entschuldigen Sie sich ausschließlich nur für Ihre eigenen Fehler, nicht für die des Partners. Denken Sie daran, dass je nach Persönlichkeit jeder Mensch anders auf solch eine Konfrontation reagiert.
- Kümmern Sie sich um sich selbst. Vergessen Sie nicht, im Anschluss an das Gespräch etwas zu unternehmen, das Ihnen gut tut. Sprechen Sie mit einer Person Ihres Vertrauens, entspannen Sie sich – nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen, um das Gespräch zu verarbeiten. So tanken Sie wieder Kraft.





